(Video-
und Foto)-Tagebuch
Thomas Wascher
Camino de la Costa / Camino del Norte
15.08. bis 27.08.2011
15.08.2011
Ich
bin am Ende... Eine Katastrophe
jagt die nãchste...Es fing schon gut an, mit einer doch
recht
betagten 737. Ich hasse Boeing 737's weil die leider immer
häufiger wie die Eintagsfliegen vom Himmel fallen. Zum
Glück
war es Air Berlin, da hatte ich dann doch ein wenig mehr Vertrauen in
die Technik und Wartung als bei Ryanair oder irgendeinem anderen
Billigflieger.
Der Flug war okay und der Service wie immer vorbildlich in dieser
Klasse. Nach der Landung wartete ich auf mein Gepäck
und musste
feststellen das ich der einzige Depp war, der sein Fahrrad auseinander
gebaut und verpackt hatte. Als mein Fahrrad schließlich auf
dem Gepäckband lag, begann ich sofort damit mit dem Messer die
Verpackung zu entfernen und trennte mir dabei fast die Fingerkuppe ab.
Das ganze blutete wie Sau und wollte auch nicht aufhören,
sodass es schließlich von der netten und freundlichen
Airport-Ärztin
genäht werden musste. Die Spanier hier waren wirklich sehr
hilfsbereit.
(Ja, dieses tolle ansichtskartenähnliche Bild habe ich selber
gemacht,; mit meinen HTC-Desire HD
Dann
zurück zum Gepäckband und dort musste ich dann
zu meinem
Entsetzen registrieren, dass mein Rad die liebevolle Behandlung durch
die
Flughafenmitarbeiter in Düsseldorf nicht so gut
überstanden hatte.
Über eine Stunde durfte ich rumwerkeln bis wieder alles im Lot
war, was dazu führte das die Naht meiner Wunde wieder
aufplatzte und ich über und über mit Blut und
Reparaturschmutz bedeckt war. Ich zog mir die Fäden und tapte
die Wunde mit Klebeband und hoffte inständig das meine
letzte Tetanus-Spritze von
vor 22 Jahren immer noch wirkt...
Endlich
raus aus dem Flughafen, nahm ich den Bus bis Bilbao und wollte
mir dort etwas zum verbinden kaufen, musste jedoch feststellen das
heute Feiertag in Spanien ist, und zwar zu St. Jakobs ehren... Ironie
pur... Ausserdem ging plötzlich mein Smartphone
nicht mehr (zum
Glück nur eine Fehlbedienung meinerseits) und
im
Zuge der Aufregung darüber habe ich meinem Helm irgendwo
zwischen
Guggenheim-Museum und Plaza del Esanche liegengelassen und um das ganze
abzurunden fing es auch noch an zu regnen, sodass ich mich entschloss
hier Schluss zu machen und erst einmal in eine Herberge einzuchecken.
Damit
bin ich am ersten Tag keine 10 km weit gekommen. Wahrlich kein
Ruhmesblatt, da sind ja die Fußgänger schneller.
Eigentlich hatte ich für heute geplant bis nach Santander zu
radeln. Damit hinke ich bereits am ersten Tag einen ganzen Tag hinter
meinen Zeitplan her. Ausserdem habe ich gemerkt das15 Kilo
Gepäck
einfach viel zu
viel sind, weshalb ich einiges wegschmeissen werde, u.a das Zelt....
Oder aber ich schicke es nach Hause zurück....
Gab
es auch etwas Erquickliches am ersten Tag?
Ja, die Herberge ist wirklich gut und ich habe mir ein teures
Einzelzimmer
gegönnt und der Anblick des Guggenheim-Museum wiegt vieles
auf... Aber: noch so ein Tag und ich gebe auf...
16.08.2011
Santander...
Perle der spanischen
Nordküste. Aber von Anfang an...
gestern Abend hatte ich noch ein wenig Bilbao erkundet und festgestellt
das es nur an der Oberfläche schön ist, im Inneren
jedoch ganz schön verfault. Aufgrund der hohen
Arbeitslosigkeit gibt es einige Bezirke die man tunlichst
meiden sollte. Wenn z.B. jemand abends mit einem
Begehrlichkeiten weckenden Smartphone durch diese Bezirke
läuft wird, dann wird man schnell mal von ein paar Afrikanern
verfolgt. Dann heißt es Schutz suchen bei einer Guardia Civil
Streife, die hier überall mit Maschinengewehren patrouillieren.
Naja, wenigstens habe ich gut geschlafen. und mein Finger blutet nicht
mehr ununterbrochen, sondern nur noch wenn ich dran komme. Also machte
ich mich früh auf die Beine... Vorher jedoch ging ich zur Post
um Zelt, Schlafsack, ein paar Klamotten und
andere überflüssige Dinge nach Hause zu schicken.
Correos
nennt sich die Post hier und die Preise sind echte
Nackenschlãge. Als der junge Beamte für ein 7 Kilo
Paket
67,05 EUR wollte bin ich fast in Ohnmacht gefallen. Ich versuchte ihm
klar zu
machen dass die Verpackung nicht aus Gold sein muss, aber der Preis
blieb. Der Inhalt des Pakets war kaum mehr Wert als der Versandpreis
und wenn der Schlafsack nicht meinen geliebten Töchtern
Alexandra und Vanessa gehören würde, hätte
ich das Zeug eher weggeschmissen, als zu diesem Preis
verschickt.
(Sind gar nicht so teuer wie ich oben beschrieben habe; es war einfach
ein Missverständnis und ich habe Express gewählt
statt Normalversand...)
Das gute daran: mein Rucksack war nun 4,5 Kilo leichter. Man kann sich
kaum vorstellen wie viel die paar Kilo ausmachen. Das ganze Leben
erschien mir plötzlich leichter... und so machte ich mich
trotz allem mit neuen Mut auf den Weg nach Santander. Eigentlich wollte
ich bis San Vicente de la Barquera um meine Rückstand von
gestern wieder wett zu machen, aber das schminkte ich mir schnell ab.
Ständig ging es auf und ab, mit Steigungen von 10 und mehr
Prozent. Praktisch nie (besonders extrem ist Bilbao und die Umgebung wo
manchmal wahnsinnige Höhenmeter zu überwinden sind)
geht es mal flach geradeaus. Das ist zwar
Landschaftlich toll, aber fürs Radfahren oder Wandern sehr
erschöpfend. Ich kann den Camino del Norte nur ausgesprochen
fitten Leuten empfehlen. Selbst ich brauchte für die knapp 89
Kilometer (wenn man die Fähren benutzt, ansonsten sind es 20
km mehr) ziemlich genau 8
stunden und stand immer kurz vorm
Kreislaufkollaps, obwohl ich mir die Strecke aus Bilbao heraus bis nach
Santurtzi (ca. 10 km) mit Hilfe der Metro sparte.
Dennoch waren die "restlichen" 79 Kilometer ganz
schön anstrengend. Ich glaube ich habe an diesem
Tag 5-6 Liter Flüssigkeit
zu mir genommen, wobei ich darauf geachtet habe nicht nur Wasser zu mir
zu nehmen (was sehr gefährlich wäre), sondern zur
Hälfte Cola und auch etwas Milch... Trotz meines Enthusiasmus
war ich schon nach weniger als der Hälfte der Strecke sehr
erschöpft. Die Fähren in
Laredo und Somo waren zwar nette Unterbrechungen, aber viel zu kurz um
sich zu erholen.
In Santander angekommen
besorgte ich mir als erstes einen Stempel beim
Tourismusbüro und dann ein billiges Hotel. Hotel Liebana,
Zimmer Nummer
4. Merkt euch die Nummer falls ich mich nicht mehr melden sollte, denn
der Portier sieht aus wie einer von Al Quaida und der
Geschäftsführer als wolle er mich in der Nacht
überfallen und ausrauben... und das Publikum hier sieht so
ähnlich aus... Allerdings: das Zimmer und die
sanitären Einrichtungen waren sauber und gepflegt.
(Quelle: Internet)
Santander
selber ist schön.
Mediterran. Mittelmeer-feeling an der
Atlantikküste, aber auch ganz schön kommerziell.
Viele kleine und teure Geschäfte, alles ziemlich
teuer und völlig überlaufen. Touristenstadt eben,
dabei ist das Wetter hier sehr wechselhaft. Das Wetter kann innerhalb
von 30 Minuten 4 mal wechseln, von Sonnenschein, auf Sturm, dann wieder
Sonnenschein mit Wolken und dann kurzer Regen...auf den Tag verteilt
ganz schön nervig...
Morgen
werde ich ein bisschen schummeln müssen und die Strecke
bis San Vicente de la Barquera mit der Bahn zurück legen und
dann weitere 60 Kilometer nach Ribadesella/Garana radeln, um meinen
Rückstand
aufzuholen vom ersten Tag aufzuholen.. Ansonsten würde ich es
nicht schaffen bis Garana,
wo ich
bereits ein Hotel gebucht habe... nun muss ich aber meinen
Verband wechseln und dann ab ins Bett...
bis Morgen....
Heute
Abend gehe ich echt auf dem
Zahnfleisch. Aber fangen wir von
vorne an:
Die Nacht habe ich gut überstanden obwohl mitten in
der Nacht
jemand versuchte in mein Zimmer zu kommen. Vermutlich ein Besoffener,
aber dennoch habe ich sofort mein Messer gezückt, bereit mein
Leben und meine Unschuld :) aufs äusserste zu verteidigen (ja
genau das Messer mit dem ich mich fast selbst massakriert hatte). Zum
Glück gaben sie schnell auf und
versuchten es ein paar Sekunden später an einer anderen
Tür erfolgreicher...
Am morgen bin ich dann wie geplant mit der Feve, einer
Bahngesellschaft, die die ganze Küste verbindet, gefahren.
Ganz toll. Fahrrad umsonst, preiswert, bequem, pünktlich und
vor allen Dingen sehr sauber (selbst die alten Züge) und
komfortabel und informativ. Jede Haltestelle wird angesagt und in einem
LCD-Bildschirm angezeigt. Und die immer mitfahrenden Zugbegleiter sind
freundlich und hilfsbereit. Und obwohl die Bahn gut angenommen wird und
der Zug immer voll ist, finden alle einen Sitzplatz. Man sollte die
arroganten Geschäftsführer der deutschen Bundesbahn
nach
Spanien zum Lernen prügeln... Übrigens
habe ich hier zum ersten mal auch andere Pilger getroffen...
Wo
bin ich? Etwas konsterniert am Bahnhof von San Vicente de la
Barquera
Am
späten Vormittag kam ich dann in San Vicente de la Baquera
an und bekam erst mal einen Schock. Ich stand plötzlich mitten
in der Pampa. Zwei Häuser, ein Bahnhofshäuschen und
Unmengen an Gras und Gestrüpp. War das etwa San Vicente de la
Barquera? Mir lief es eiskalt den Rücken runter, aber San
Vicente war tatsächlich zum Glück "nur" rund
4 km
entfernt, wobei 4 km im kantabrischen Gebirge dasselbe sind
wie 10 im
Rheinland.
Endlich
angekommen überraschte mich San Vicente
angenehm. Touristadt aber mit mittelalterlichem Flair. Ich habe zwar
den Strand nicht gesehen und aufgrund des launischen Wetters kann ich
die Nordküste einfach nicht empfehlen, aber dieser Ort hier
war
wirklich schön. Und vor allen Dingen konnte man hier gut
essen, in erster Linie Meeresfrüchte. Besonders beliebt bei
allen: Bar Colon. Preiswert und lecker... allerdings muss man oft auf
einen freien Tisch warten...
auch ich habe da für 5.70 EUR lecker gegrillte kleine
Tintenfische gegessen mit Unmengen an Knoblauch... es gefiel mir gut
aber ich musste weiter nach Ribadesella und von dort nach Garana zu
meinem Hotel... also brach ich nach einer kurzen Besichtigung der Calle
Alta auf in Richtung meiner heutigen Endstation, die mir noch viel
Ärger bereiten sollte.....
Sehr,
sehr diesiges Wetter im ansonsten wunderschönen San
Vicente de la Barquera)
Also die Strecke nach
Ribadesella war
recht leicht zu finden, aber sehr
anstrengend. Auf und ab, und nicht nur ein bisschen...man hatte immer
das Gefühl die Straße endet nie, aber irgendwann
gegen 19.00 Uhr war ich dann endlich in Ribadesella. Ich war zu
erschöpft um mir noch einen Stempel zu holen und wollte nur
noch ins Hotel... Die 9.5 km bis Garana, dachte ich mir, schaffst du
noch
alleine und schaltete mein HTC an und liess mich führen. Hier
muss ich mal etwas sagen: Smartphones for President. Diese Dinger sind
einfach eine Wucht und aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken. Die
einen tragen Laptop, Handy, Kamera, Camcorder, Übersetzer und
Navigationgerät mit sich rum und ich mein Smartphone das all
diese Dinge in sich vereint. Und es hat mich bis jetzt nie im Stich
gelassen, obwohl es in Schlamm gefallen ist, nass wurde, auf den
Steinboden geknallt ist, etc, etc....
Aber
zurück zum Ausgang meiner Abschweifung: dummerweise hatte
ich Fußweg beim navigieren angegeben und so führte
mich das GPS-Signal auf ein unbefahrbaren Trampelpfad, der schlimmer,
schlammiger und undurchsichtiger wurde, je länger ich ihn
ging. Und plötzlich ging gar nichts mehr: Der sowieso kaum
vorhandene Weg war gänzlich verschwunden und die zweite
Batterie meines HTC Desire HD hatte nun auch ihren Geist aufgegeben.
Ich stand mitten im verwaldeten, moorartigen Niemandsland,
schweissgebadet und über und über mit Schlamm und
Dreck bedeckt und wusste weder wo ich war noch wo es hier rausging. Und
draussen wurde es bereits dunkel. Ich sah mich schon die Nacht im
Morast verbringen, aber zum Glück brachte ich mein HTC noch
mal für ein paar Sekunden zum Laufen. Um dem komplizierten Weg
nach
Garana zu finden reichte weder mein Verstand noch die wenigen Sekunden
Batterie die ich noch hatte, also liess ich mir den Weg zur AS 263
anzeigen und versuchte mir den Strassenplan, der echt nur 10-15
Sekunden
angezeigt wurde ehe mein HTC stromseitig endgültig
abschaltete, einzuprägen. Auf der AS 236 wüsste ich
dann schon wieder wie ich wenigstens nach Ribadesella kommen konnte.
Lange
Rede, kurzer Sinn: obwohl der Verzweiflung nahe fand ich
irgendwie den Weg aus dem Schlammwald und schaffte auch die bergigen
gut 8
km bis Ribadesella vor der totalen Dunkelheit zurück. Und dann
stand ich da:
mitten im rammelvollen, belebten Touriviertel: schwitzend,
uebelriechend
und (wie auch mein Fahrrad) völlig verdreckt... aber das war
mir egal. ich suchte mir ein Taxi, das mich und mein Fahrrad nach
Garana fahren sollte. Der Taxifahrer lief zwar grün
an als
ich ins Auto stieg
und die Schlammbrocken Sitz
und Teppich verdreckten, aber dafür gab ich ihm ein gutes
Trinkgeld...
Und das Hotel ist wirklich klasse, aber dazu morgen mehr. Ich bin jetzt
erschöpft und muss dringend in die Heia...
18.08.2011
Eingang
Hotel Garana
Ich habe sehr gut
geschlafen. Das zu
einem Campingplatz
gehörende Hotel war wirklich angenehm und für
spanische Verhältnisse sehr sauber und ruhig. Leider ist es
fernab jeglicher Zivilisation und hier zu Campen halte ich
für ziemlichen Unsinn. Aber was weiss ich schon?! Ich halte
auch Camping im Westerwald für Schwachsinn, aber es gibt eben
Leute die schwören drauf. Jedem das Seine...
Zweimal
habe ich meine Sachen gewaschen, aber sie sind immer noch
schmutzig. Ich vermute es liegt an der Waschmaschine des Hotels. Auch
mich selber habe ich gestern Abend mehrfach abgeschrubbt, bis der
ganze
Schlamm ab war. Bei meinem Fahrrad erwies sich allerdings auch der
zehnte Reinigungsversuch als vergebene Liebesmüh, weshalb ich
nur die wichtigen Teile wie Bremsen und Schaltung reinigte.
Von
Garana fuhr ich über die Dörfer (Llames) und die
AS263
zurück nach Ribadesella um mir dort einen neuen Rucksack zu
kaufen. Mein Rucksack hatte sich leider als unbrauchbar und
gefährlich
erwiesen. Ich hatte ja meinen Helm verloren und mir am darauffolgenden
Abend einen neuen gekauft (für teure 45 Euro). Leider musste
ich am nächsten morgen feststellen, dass ich den Helm nicht
tragen konnte, da das Metallgestell des Rucksacks den Helm beim fahren
ständig nach oben drückte, sodass ich vorne nichts
mehr sehen
konnte bzw. meinen Kopf gar nicht hochbekam. Deshalb war ich gezwungen
ohne
Helm zu fahren. Schlimmer noch war aber das bei steilen Abfahrten das
Alugestell auf Kopf und Genick drückten und zwar so heftig,
das bei einer Vollbremsung das Genick theoretisch hätte
brechen
können. Ich hatte kein Wahl und kaufte für 50 EUR
einen
neuen,
kleineren Rucksack, entsorgte mal wieder ein paar Klamotten und liess
den alten
Rucksack am Straßenrand stehen. Zum Glück hatte ich
(besser gesagt meine Mutter)
das Ding für 7 EUR gebraucht gekauft.... dennoch entwickelt
sich das ganze langsam aber sicher zu einem finanziellen Desaster.
Naja.
die Bank hats ja.
Die Fahrt nach Gijon war
extrem öde. Ausser das ich das
erste mal auch auf andere Radpilger aus Frankreich traf, die zwar sehr
nett waren, aber leider viel zu langsam. Überhaupt ist es sehr
enttäuschend wie wenige Pilger man auf dem Camino del Norte
trifft. Z.B. in der ersten Herberge war ich der einzige Pilger von 40
Personen. Da waren zwei britische Teenager die in Bilbao Urlaub
machten, eine Japanerin auf einer Europatour, eine Gruppe Franzosen auf
dem Weg zu einem Paintballturnier, sowie eine Handvoll Dauergaeste. Und
ein älteres Ehepaar aus der Schweiz, von denen ich glaube das
sie ebenfalls Pilger waren, aber es mir gegenüber nicht
zugaben, weil ich gesehen hatte wie sie mit dem Auto angereist waren
und auch wieder abreisten und das Auto etwas entfernt von der Herberge
geparkt hatten. Überhaupt trifft man die meisten Pilger nicht
auf den Pilgerwegen, sondern in der Feve, der Küstenbahn oder
in den
Bussen bzw. an deren
Haltestellen. Das ist ein offenes Geheimnis. Und man kann es den
Fusspilgern nicht verdenken. Als Radfahrer nutzt man die Bundes- und
Landstraßen und die sind gut asphaltiert. Aber die Pilgerwege
auf dem Camino de la Costa
sind oft wegen des ständigen, kurzen Regens aufgeweicht und
morastig oder kaum als Wege zu erkennen und dazu meist extrem steil.
Hinzu
kommt. das die Spanier Probleme mit Schilder aufstellen haben. So
ist es mir schon mehrfach passiert, das ich einem Schild gefolgt bin
und plötzlich ein Schild auftauchte, das wieder in die
Gegenrichtung zeigte. Das liegt daran das die Spanier schon mal gerne
darauf verzichten, nach längerer Geradeausfahrt mit einem
Schild darauf hinzuweisen, das man nun hätte abbiegen
müssen. So kann es einem (wie mir mehrfach) passieren, das man
zwischen zwei Schildern hin und her geschickt wird, weil man nicht die
hellseherische Fähigkeit besitzt zu erkennen, das man auf
halber Strecke hätte abbiegen müssen. In solchen
Fällen ist ein Navi wirklich Gold wert, weil man ansonsten
verrückt wird...
Aber
in einer Sache muss ich die Spanier loben. Von den 50 mal an denen
ein Kfz in hoher Geschwindigkeit recht knapp an mir vorbeigeschossen
war, handelte es sich 2-3 mal um Spanier, ansonsten waren es fast
ausschließlich Deutsche und Holländer und hier und
da mal ein Franzose. Die Spanier machen fast immer einen
großen Bogen um Fahrräder. Wirklich vorbildlich...
Zurück
zu den Pilgern. Wie gesagt kann man es Keinem
veruebeln, das er hin und wieder die Bahn nimmt. Auch ich bin oft
versucht und wenn es zeitlich knapp werden sollte werde ich das auch
tun. Der Camino del Norte ist einfach
ein ganz anderes Kaliber als der Camino Frances, der besser
ausgezeichnet, flach und fast immer trocken ist und auch moderner
und asphaltierter. Ich denke viele Fusspilger, aber auch Radpilger
haben wie ich den Weg
unterschätzt. Beim Camino Frances kann man am Tag gut 90-100
km
mit Rad zurück legen, auf dem Camino de la Costa ist das nicht
möglich. In Bonn brauche ich ca. 30-35 Minuten für 10
km. Hier
an der Küste im kantabrischen Gebirge brauche ich etwa 45-50
Minuten. Das sieht im ersten Augenblick nach keinem grossen Unterschied
aus,
aber dieser Unterschied potenziert sich mit jeden weiteren 10
Kilometern, weil man durch das auf und ab unglaublich viel Kraft
lässt. Die Abfahrten helfen einem dabei kaum. Ganz im
Gegenteil: man muss sich sehr konzentrieren und ist ständig
mit bremsen beschäftigt. Verliere ich in Bonn mit 40-45
Minuten auf den zweiten und dritten 10 Kilometer und vielleicht 60
Minuten auf den vierten und fünften 10 Kilometern, kaum Zeit
auf die ersten 10 Kilometer, ist das hier ganz anders: Für die
zweiten
10Kilometer brauche ich schon eine Stunde und
für die dritten und vierten 10 km auch schon mal
70-90 Minuten
und fur alle weiteren u. U. noch länger. Wer behauptet er
wäre 100 km auf dem Fahrrad an einem Tag (mit Gepäck
wohlgemerkt) auf dem Camino de la Costa gefahren,
lügt oder hat
die Bahn benutzt. Und schon gar nicht schafft man das an mehren Tagen
hintereinander. Mein Maximum jedenfalls war bisher die Fahrt von Bilbao
nach Santander mit knapp 80 und da war ich noch fit wie ein Turnschuh...
Gijon
ist übrigens eine Stadt wie Bonn. Wie Bonn, nur mit
Strand und einen malerischen Yachthafen. Kaum Tourihaft,
höchstens an der Strandpromenade. Man kann hier prima
einkaufen und wenn das Wetter nicht so wechselhaft wäre,
könnte man hier toll Urlaub machen...
Strand
von Gijon / Hotel Leon
Eigentlich wollte ich diesmal pilgerlike in einer Herberge oder Pension
einkehren, zumal zwei Pensionen vom meinem Reiseführer positiv
gerühmt wurden.
Vergessen
sie die Pensionen und die Jugendherberge! Mal abgesehen davon, das
sie mit einer Wahrscheinlichkeit von 99% keinen Platz finden werden,
sind die von verschiedenen Führern empfohlenen Pensionen auf
der
Calle de San Bernardo (speziell Hausnr. 30 mit der Pension
Gonzales und der Pension Argentina) bei weitem nicht so toll wie
angepriesen. Schon äusserlich wenig anheimelnd, wurde ich von
den Pensionsbesitzern wenig freundlich empfangen oder direkt
abgewiesen. Und die Jugendherberge, die ständig
überfüllt ist,
liegt zu weit ausserhalb. Gehen sie statt dessen auf der Calle San
Bernardo weiter in Richtung Innenstadt (lassen sie sich davon auch
nicht durch die
Bauarbeiten abbringen, sondern umrunden sie diese), bis sie
auf die „Avenida de la
Costa“ treffen. Links können sie dann schon
wahrscheinlich das
Hotel Leon sehen. Das Hotel ist jetzt von aussen nicht der
Hammer, aber
preiswert, sauber und gut genug und ich durfte sogar das Fahrrad mit
auf mein
Zimmer nehmen (Hotel Leon, Avenida de la Costa 45, Gijon). Da es ein
Hotelkoloss ist, kriegen sie auch fast immer ein Zimmer für
eine
Nacht notfalls im 5 oder 6 Stock.
Ich denke von jetzt an,
werde ich
bei Hotels bleiben. Erstens bekommt man sowieso nie einen Platz in den
guten und preiswerten Herbergen/Pensionen, es sei denn man ist bereit
auf dem schmuddeligen Boden oder in irgendwelchen Kammern oder im
nassen Badezimmer zu übernachten. Die meisten Pilger schlafen
draussen im Freien oder in billigen Hotels, da die Herbergen, zumindest
die gerade noch zumutbaren, auf dem Camino de la Costa rar
gesät und zu 99% in der Sommerzeit ausgebucht sind (weniger
mit Pilgern, als mit jugendlichen Urlaubern). Und für Personen
jenseits der 30 Jahre sind diese Herbergen / Pensionen (die
oft auch nur Personen unter 30 Jahren aufnehmen) sowieso nicht
geeignet. Nächte in solchen Unterkünften
können soviel Kraft kosten wie 80 km Fahrt auf dem Camino de
la Costa. Und das macht keinen Sinn. Die Nacht ist zum erholen da,
das hat schon der Apostel Jakob so gesehen.
Also
mit 8 oder 10, manchmal sogar 20 Mann auf einem
Zimmer zu liegen kann von mir keiner erwarten. In der erste Herberge
in Bilbao hatten die mir zuerst ein Vierbett-Zimmer angeboten. Da bin
ich rein,
roch die Füsse des Einen und hörte das schnarchen des
Anderen und bin rückwärts wieder raus. Und hab mir
ein doppelt so teures Einzelzimmer geben lassen. Es reicht
wenn ich mich tagsüber erschöpfe, dass muss nicht
auch noch Nachts haben.
Das
ist noch eine äusserst gepflegte Luxus-Herberge. Auf so etwas
werden sie nicht oft treffen....
Das ist für
heute
alles. Morgen weiss ich noch nicht so recht wo ich hinfahre. Geplant
hatte ich eine Weiterfahrt bis nach Cudillero um dort zu zelten, aber
da ich mein
Zelt zurück geschickt habe, geht das nun nicht mehr... Ich
lass mal alles auf mich zukommen..... Bis morgen.
19.08.2011
Die Nacht habe ich nicht
so gut
geschlafen. Ich war einfach zu
müde um einzuschlafen und brachte es daher nur auf 2,5 Stunden
Schlaf. Am Morgen war ich natürlich ziemlich
gerädert. Aber die Strecke heute sollte ja nur 47
Kilometer
lang
sein, also alles halb so wild. Dachte ich. Und deshalb verzichtete ich
anders als sonst beim Frühstück auf Kohlehydrate und
gönnte mir statt dessen mal ein amerikanisches
Frühstück mit viel Fett und Eiweiss und Kalorien. Ein
Fehler wie ich schon auf den ersten Kilometern der Strecke nach zuerst
Aviles merkte. Morgens mit Kohlehydraten zu starten ist bei so einem
Pilgermarathon unabdingbar. Nur Kohlehydrate (z.B. morgens durch Toast
mit Nutella oder Marmelade oder Cornflakes) geben ausreichend Kraft.
Und auch während der Fahrt oder des Pilgern muss man den
K-speicher ständig oben halten, z.B. durch trinken von Cola o.
ä. Zuckersäften oder durch Traubenzucker.... Tut man
das nicht und bekommt
einen Hungerast, dann wars das. Dann gehts nur noch im Schneckentempo
weiter.
Genau
das ist mir heute passiert. Heute habe ich mehr neben dem Fahrrad
gestanden als auf ihm gesessen. Vor allen Dingen am Anfang. Dazu kam
noch das die Strecke gerade am Anfang besonders lang und steil war, wie
noch nie zuvor und sich wie Kaugummi zog. Und natürlich blieb
es -
dank der üblichen fehlenden Schilder - nicht bei den 47
Kilometern. Der Ausdruck meines Routenplaners und auch die Schilder
wiesen mich darauf hin, das ich von Gijon aus auf die AS118 in Richtung
Aviles fahren muss bis zur AS19. Tja nur kam keine Abzweigung auf die
AS19 bzw. wurde sie mal wieder nicht ausgewiesen. Als lange Zeit kein
Hinweis mehr auf Aviles gekommen war, wurde
mir klar das ich mal wieder auf die Schilder bzw. die fehlenden
Schilder reingefallen war. Was mir mein Navi (das ich gerne dauernd
benutzen würde, aber das kostet zu viel Strom) dann auch
bestätigte und mich über Dörfer und Wald
zurück nach Aviles führte. Gut 7 Kilometer hat mich
der Umweg gekostet. Da waren es dann schon 54 Kilometer. Der Rest von
/Aviles nach Cudillero funktionierte dann zum Glück
reibungslos,wenn auch sehr anstrengend. Trotzdem schaffte ich
die
54 Kilometer in sagenhaften 7 stunden (ironisch gemeint), da es mir
gegen Ende der Strecke
- dank mehreren Litern Cola und Fanta die meinen K-Speicher
aufgefüllt hatten - wieder besser ging.
Cudillero
nach der langen Steigung
von oben und Hotel Lupa (San Juan bei Cudillero)
Endlich
in Cudillero angekommen ging ich sofort zum Tourismus
Büro (Tourismo officinale) und liess die für mich ein
Einzelzimmer suchen. Sie nannten mir das Hotel Lupa, ein Pilgerhotel
das mir als Pilger
ein Einzelzimmer für 24 EUR geben wollte. Ich war zwar
skeptisch, aber
hatte auch nicht viel Wahl und war ausserdem hundemüde. Sie
zeigte mir den Weg nach San Juan (ein Vorort von Cudillero). Auch
hier war ich etwas verwundert, denn ich war mir eigentlich sicher, da
wo ich gerade herkam, vor etwa 2,5 Kilometer, ein Richtungsschild mit
der Aufschrift "Hotel Lupa" gesehen zu haben. Aber die Frau vom
Tourismusbüro zeigte genau in die Gegenrichtung.
Sicherheitshalber befragte ich noch mein Navi und der stimmte der Frau
zu und zeigte 5 Kilometer Entfernung an.
Was
er nicht anzeigte und auch
die Frau nicht sagte: nach 850 meter ging es auf 2 km Länge
14% -16% Steigung nach oben. So was habe ich noch nicht erlebt... 99%
dieser 2 km habe ich mein Rad geschoben und ca. alle 250-350 Meter eine
Pause von 5 Minuten eingelegt. Nach den 2 Kilometer war ich so
erschöpft das ich mich fast übergeben hätte.
Der
Weg wurde danach nicht viel leichter aber vor allen Dingen: je
näher ich dem Hotel kam umso mehr schwante mir etwas. Und
tatsächlich: 1 km vor dem Ziel erkannte ich das ich einmal um
Cudillero herumgeführt worden war und das ich mich richtig
erinnert hatte: hätte ich mich am Tourismusbûro
einfach umgedreht und wäre den Weg zurück gegangen,
hätte ich mir nicht nur 2.5 Kilometer Weg gespart, sondern
auch dieses urig steile Stück. Okay, das mich so 'ne Zussel
auf
den falschen Weg führt kann ja passieren, aber mein Navi?!
Doch dann würde mir klar warum er mich auch auf den
längeren Weg geschickt hatte: ich hatte diesmal auf "Kfz"
gestellt und er konnte mich nicht zurück führen, weil
die Strasse auf der ich angekommen war eine Einbahnstraße
war. Hätte ich Fußgänger eingestellt,
hätte er mich zurück geführt. Wie man es
macht ist es verkehrt: wählt man Fußgänger,
führt er einen u.U. auf unbefahrbare Wege, trägt man
Auto ein, beachtet er natürlich die Einbahnstraße...
Gegen
kurz nach 18.00 Uhr war ich dann endlich am Ziel, wobei ich
für
die letzten 5 km etwas über 1 stunde gebraucht hatte....Und
wurde angenehm überrascht: die Hotelanlage bestand aus je
einem 4, 3 und 2 Sterne Hotel, wobei das 2 Sterne Hotel für
Pilger und
Jugendliche reserviert ist. Aber sauber und nicht schlechter als das
Hotel Leon von gestern, wo ich mehr als doppelt so viel gezahlt habe.
Also Einzelzimmer mit Bad und Frühstück für
24 EURo da kann man nicht meckern... Also Tipp
von mir: wenn Camino del la Costa, dann auf jeden fall über
Cudillero und Hotel Lupa...
Restaurant
Lupa (hier gibts das
tolle, kostenlose Frühstück für Pilger....)
So
Schluss jetzt, muss noch meinen Pulpo (Kraken) auf
Bratkartoffel essen....
20.08.2011
Das
war noch der leichte Teil der
Strecke, das härteste hatte ich noch vor mir...
Heute war der
härteste
Tag. Rückblickend kann ich es
immer noch nicht fassen, das ich das überstanden habe. Dabei
hatte der Tag so gut angefangen...
Am
morgen bin ich voller Elan aufgestanden. Ich hatte fantastisch
geschlafen und das Frühstück tat sein weiteres. Da
ich auch in dieser Pilgerherberge nur 3 junge Italiener getroffen
hatte, die allesamt nicht sehr gesprächig waren, hatte ich
für heute beschlossen den den Fusspilgerweg zu gehen bzw. zu
befahren,
in der Hoffnung mal
ein paar andere Pilger zu treffen. Da ich in letzter Zeit sowieso auch
auf der
Landstrasse mehr schob als fuhr, hielt ich das für eine gute
Idee... Ich und meine Ideen. Wenn ich schlau gewesen wäre
hätte ich die Warnung meines HTC das es heute 33 Grad heiss
werden soll ernst genommen und das nochmal überdacht. Aber als
ich um 10 Uhr aufbrach war es noch kühl. Um 8 Uhr hatte es
sogar noch geblitzt und gedonnert und - zumindest kurz - wie aus
Kübeln geschuettet. Tja so ist das Wetter eben an der
Nordküste. Allerdings hatte ich hier
bisher noch nie mehr als 27 Grad erlebt, meistens deutlich weniger.
Obwohl der August als der heißesten Monat an der
Nordküste
gilt, wird es selten wärmer als 25 Grad und selbst dann ist
die Sonne meistens verdeckt. Bisher hatte ich mir nicht mal eine
nennenswerte Bräune geholt, obwohl ich jeden Tag 8 stunden
draussen war, was aber auch daran lag, dass ich meistens lange Hosen
und eine Jacke trug. Heute aber hatte ich mal eine kurze Hose und ein
kurzes
Hemd angezogen... eine gute aber auch eine schlechte Entscheidung wie
sich später herausstellte. Gut, weil wärmere Kleidung
mich sicher noch mehr belastet hätte und schlecht weil Sie
mich nicht vor einem Sonnenbrand schützte.
Dann
zog ich los und folgte brav den Camino-Schildern, die im Gegensatz
zu den Landstraßenschildern reichlich und relativ genau waren
wobei die Betonung auf relativ liegt. Schon nach 300 Metern
führten mich die Camino-Schilder runter
von der Landstraße, über gut asphaltierte Dorfwege.
So weit
so gut. Und ich traf auch direkt am Anfang auf zwei Frauen, die
ebenfalls wie Pilger aussahen, was mich frohgemut in die Zukunft
blicken liess, das ich noch mehr Pilger treffen würde. Um es
vorweg zu nehmen: Sie blieben die einzigen die ich traf und ich sollte
Sie wiedersehen...
Nach
einigen hundert Metern ging der Weg dann in einen Waldweg
über,
der mich über den ersten von unzähligen Bergen
führen sollte. Und wenn ich von Bergen rede meine ich auch
Berge. Vielleicht nicht von der Höhe des Biberkopfs oder der
großen Alpengebirge, aber deutlich höher als unsere
Maulwurfshügel in Bonn. Die höchste Gipfel haben hier
2500 Meter und mindestens ein Gipfel den ich heute überwunden
habe dürfte mal locker 1500 Meter gehabt haben, wenn nicht
mehr. Trotzdem ging es am Anfang ganz gut. Die Waldwege waren steinig
und steil, aber ich hatte noch Kraft und das war ja auch nichts neues
mehr. Allerdings war an Radfahren nicht zu denken und so wurde das
Fahrrad mit seinen 10 Kilo + 5 Kilo Lenkergepäck zu einer
zusätzlichen Belastung, die ich aber anfangs ziemlich gut
wegsteckte. So ging es über die ersten zwei (oder waren es
drei?!) Gebirgszuege, bis ich an einem Punkt kam wo ich nicht mehr so
richtig
weiter wusste, weil die Schilder nicht klar waren.
Einer
der beiden
Wege war der Camino und der andere ein für
Fußgänger gefährlicher Weg. Soviel sagten
die Schilder aus, aber leider waren Sie so aufgestellt, dass nicht klar
hervorging welcher Weg welcher ist. Ich versuchte den einen, aber der
kam mir gefährlich vor (vor allen Dingen mit Fahrrad) und
drehte wieder um, als ich auf halber strecke auf die beiden
Mädels traf, die ich mal überholt hatte und die
bisher die einzigen Pilger waren auf die ich getroffen war. "Hola! este
Camino de Santiago?" meinte die eine und ich antwortete direkt auf
englisch das hier wohl nicht der richtige Weg sei, als diese sich in
Deutsch an ihre Freundin wandte ... "Ihr könnt deutsch? Dann
lasst uns deutsch reden..." Tja uns Deutsche trifft man eben
überall, sogar auf Wegen die sonst keiner kennt und geht...
Bei den Beiden handelte es sich um Dagmar und Susi vom deutschen Teil
des
Bodensee's ... die Beiden waren seit dem 05.08 unterwegs, also genau 10
Tage länger als ich. Wir gingen etwa 1 stunde zusammen, aber
als wir wieder auf Strasse kamen, habe ich die beiden verlassen
müssen, da Sie mir als Fußgänger einfach zu
langsam waren. Vielleicht lesen Sie eines Tages ja mal mein Tagebuch...
Und
so fuhr ich weiter bis nach Soto de luina. Bis hierhin war der Weg
zwar auch anstrengend gewesen, aber ohne mich wirklich zu fordern.
Lediglich die Sonne, die inzwischen mit 33 Grad auf der Haut
brannte,
machte mir etwas sorgen, aber ich hatte mehr als genug zu trinken
dabei und eine 30er-Sonnencreme.. Und so ging ich durch den Ort
hindurch über
Landstraße bis die Caminozeichen etwa 500 Meter
später von der Landstraße weg auf einen Waldweg ins
Gebirge wiesen. Hätte ich nur in den Camino-Führer
oder wenigstens in das Internet gesehen!!! Alle warnen vor diesem Teil
des Weges weil er zu grossen Teilen zugewachsen ist und unglaubliche
HöhenMeter zu überwinden sind, die schon für
Fußgänger kaum zu schaffen, aber mit Fahrrad
eigentlich unüberwindlich sind. Alle Führer und alle
Hinweise im Internet empfehlen dringend statt des ausgezeichneten Weges
weiter auf der Landstraße zu gehen. Aber ich sah leider nicht
ins Buch oder ins Internet, obwohl mich schon die ersten 100 Meter
auf diesem Weg hätte warnen müssen. Schon auf diese
ersten Metern ging es auf einem steinigen Geröllpfad mit
über
10% Steigung
nach oben, sodass ich mich wirklich fragte wie hier
ältere Leute von 60 oder mehr Jahren rauf kommen sollten...
....aber
ich war, obwohl ich nun schon fast 3 stunden unterwegs war,
immer
noch voller Kraft und Saft. Daran änderte erst mal auch
nichts, das nach dieser Steigung noch eine etwas steilere Steigung kam
und noch eine und noch eine und noch eine. Doch als der Weg immer mehr
verschwand und immer mehr mit diesem kleinen Dornensträuchern
und sonstigen Gestrüpp zugewuchert war (was mir hätte
sagen müssen, das hier lange keiner mehr vorbei gegangen ist
und es auch tat. Allein ich ignorierte es einfach) und/oder aber von
Geröll überschüttet oder völlig
unter
Wasser stand, liessen meine Kräfte im gleichen Maße
nach wie meine Wut auf die spanischen Behörden wuchs. Ich
konnte einfach nicht verstehen wie man diesen Weg so verfallen lassen
und dann auch noch die Pilger darüber schicken konnte. Dieser
Weg war eine Zumutung und ich stand kurz davor wieder nach Soto de
Luina zurück zu kehren, aber ich hätte schon zuviel
investiert. Wir Menschen sind ja leider so gestrickt und halten an
einer falschen Entscheidung in die wir viel investiert haben fest, auch
dann wenn Sie uns alles kosten kann und wird und eine Abkehr die einzig
richtige Entscheidung wäre. Und so ging auch ich immer weiter.
Obwohl inzwischen meine ganzen Arme und Beine verkratzt waren, ich an
mehreren stellen tiefe Risswunden hatte und meine rechte Wade -
aufgrund des Pedals das immer gegen die Wade schlug - nur noch ein
einziger blauer Fleck war, was ich aber erst merkte als ich
später im Hotel ankam. Überhaupt spürte ich
keinen Schmerz da ich bereits viel zu erschöpft war.
Und
dann
stand ich vor ihm: den grauenerregendsten Wegteil, den man sich
vorstellen kann. Über 20% Steigung auf gut 500
HöhenMeter auf einem knapp 1m breiten und völlig
Baum- und damit schattenlosen Pfad der über und über
mit losen Geröllsteinen in Faustgrösse bedeckt war,
die jeden
Schritt zu Qual aber auch gefährlich machten. Und ich hatte 10
Kilo Gepäck auf dem Rücken und weitere sperrige 15
Kilo an
der rechten Hand. Und die Sonne brannte inzwischen mit 33 Grad
im Schatten, den ich aber hier nicht hatte, womit es natürlich
auf diesem Weg noch heisser war. Aber der gelbe Jakobspfeil zeigte
unerbittlich nach oben
Jetzt wäre der
richtige
Zeitpunkt
gewesen doch noch umzukehren, aber ich war sauer auf die Spanier, das
Sie den Weg so schlecht gewartet hatten, sauer auf den ungepflegten Weg
der mir so viele blutende Wunden zugefügt hatte und ausserdem
hatte
ich ja schon soviel investiert das ich einfach nicht bereit war hier zu
kapitulieren.
Doch
schon 100 Meter weiter auf diesem Weg und ich war
bereit umzukehren. Ich hätte alles dafür getan um
zurückzukehren. Allein jetzt war es zu spät. Schon
beim Aufstieg der ersten 100 m war ich immer und immer wieder aufgrund
des Gerölls gestolpert und auch schon mal ein paar Meter
zurück gerutscht. Wäre ich nun umgekehrt den Weg
abwärts gegangen, mit Gepäck im Rücken und
mit einem mit Gepäck 15 Kilo schweren Rad das mich
nach unten zog und wäre ich da
gestolpert - und ich bin mir sicher das wäre passiert -
wäre der Fall frühesten nach 100 Meter zum Stillstand
gekommen. Ich bezweifle das ich das ohne größerer
Blessuren überstanden hätte....
Eine
Rückkehr blieb mir nun
nicht mehr als Alternative, also ging ich weiter nach oben, obwohl ich
bereits nicht mehr konnte. Ich ging 10 schritte (später nur
noch 5) und brauchte danach 2-3 Minuten Pause, weil mein Herz wie
verrückt gegen meinen Brustkorb prügelte und ich kaum
noch
Luft bekam, wobei ich durch die Hitze das Gefühl hatte keine
Luft sondern Feuerschwaden einzuatmen. Das schlimmste aber war, das ich
keinen Schatten hatte und auch meine Pausen in der brüllenden
Sonne stattfanden. Nachdem ich die Hälfte des Weges geschafft
hatte und der Weg nochmals steiler wurde (man kann es sich kaum
vorstellen, aber es ist wahr) war ich davon überzeugt heute
hier zu sterben. Ich war so überzeugt davon, dass ich mich
bereits
fragte wann man meine Gebeine finden würde und wie scheisse es
wäre hier in der Einöde alleine zu krepieren.
Ich
weiss auch gar nicht mehr so genau wie ich es geschafft habe immer
wieder nach den Pausen aufzustehen. Aber irgendwie ging es immer
weiter, während ich eigentlich nur noch auf den Herzinfarkt,
Kreislaufkollaps oder wenigstens den Sonnenstich wartete. Doch nichts
davon kam. Ganz im Gegenteil: Obwohl es immer steiler wurde schien sich
mein Körper auf den letzten 50-75 Metern fast schon daran
gewöhnt zu haben. Ich bekam gut Luft und mein Herzschlag wurde
sogar etwas langsamer (meinte ich zumindest zu fühlen). Aus
medizinischen Tests wegen meines Asthma wusste ich das das meine Lunge
und mein Herz ziemlich gesund sind und sehr gut zusammen arbeiten und
bei großer Belastung den Sauerstoffgehalt im Blut
nicht nur
konstant halten, sondern sogar erhöhen. Vielleicht war es das,
vielleicht stand ich aber auch kurz vor einem Kollaps und mein Gehirn
versuchte mich mit dem Gefühl "alles halb so wild" auf den
drohenden Exitus vorzubereiten. Genau werde ich das nie wissen und will
ich auch gar nicht, aber so schnell wie ich mich später von
der Tortur erholte tippe ich doch mal eher auf Ersteres. Jedenfalls war
ich plötzlich, nach gut 1,5 stunden für die 500
Meter,
oben...ich glaube ich brauchte zwei, drei Minuten um das zu kapieren,
aber dann stand ich auf dem höchsten Gipfel weit und breit und
konnte KiloMeterweit in alle Richtungen blicken. Und sah keine einzige
Menschenseele, geschweige denn einen Pilger oder irgend etwas
Pilgerähnliches. Ich konnte mir aber auch beim besten Willen
nicht vorstellen wie ein durchschnittstrainierter Pilger hier hoch
kommen
wollte.
Ich beschloss nun keinen
ZentiMeter mehr bergauf zu gehen
sondern nur noch bergab. Ausserdem beschloss ich mir im
nächstbesten Dorf ein Taxi zu suchen das mich nach Luarca
bringen sollte... die Abfahrt war ein Genuss und
saugefährlich,
aber das war mir egal. Ich raste runter, während ich schon vom
Bett träumte. Und dann sah ich ein erlösendes Schild:
Feve !!! Ich bremste ab, ging zum Bahnhof und betete zu Gott das noch
ein Zug fuhr. Und tatsächlich: an dieser Haltestelle
würde in 20 Minuten eine Bahn kommen und mich in 30 Minuten
nach Luarca bringen... ich konnte mein Glück nach all der
Tortur gar nicht fassen. Und als ich einstieg traute ich meinen Augen
nicht: die Bahn war rammelvoll mit Pilgern, die in Soto de Luina,
Cudillero oder sogar noch früher eingestiegen waren. Ich hatte
wenigstens vorher immerhin 30 km hinter mich gebracht und die Pilger
hier in der Bahn waren alle deutlich jünger als ich, im
schnitt um die 25 Jahre alt. Sogar die Italiener von Cudillero
saßen in der Bahn. Nur Dagmar und Susi saßen nicht
drin. Typisch deutsch eben: alle schummeln, nur wir nicht... so jetzt
mache ich Schluss. Morgen mehr zu Hotel und Luarca....
I
21.08.2011
Ribadeo!
Mehr als zwei ´Drittel des Weges sind geschafft und
nun sind es
nur noch 200 km bis Santiago.
Die
Nacht in Luarca war grauenvoll. Luarca ist nichts für
Pilger, da die spanischen Gastronomen für die Touristen die
Nacht zum Tag machen. Bis 4.00 Uhr morgens schallte die Disco-Musik vom
Dorfplatz bis zu meinem völlig überteuerten und
überbewerteten 3-Sterne-Hotel Baltico. Die Trommeln gingen
durch Mark und Bein und an schlafen war nicht zu denken. Erst gegen
5.00 Uhr bin ich eingeschlafen und um neun wieder aufgestanden.
Das Frühstück, das eigentlich nicht im Preis
inbegriffen war, war in diesem 3-Sterne Hotel so kläglich,
dass
ich mich weigerte es zu bezahlen. Ich machte dem Hotelchef klar, das
seine Zimmer schon die 75 EUR nicht wert waren, aber das ich ganz
sicher nicht auch noch acht EUR für einen winzigen Kaffee, ein
vertrocknetes Croissant und ein bisschen Margarine und
Aprikosenmarmelade bezahlen werde. Normalerweise bin ich ja ein
friedfertiger Mensch und lass mir einiges
gefallen, aber nach der letzten Tortur, der letzten Nacht und dem
besch....eidenen Frühstück in einem
überteuerten Schmutzzimmer, wo noch nicht einmal Seife bereit
lag, ist mir einfach
der Kragen geplatzt. Okay, in den Touri-Orten wird man immer ein
bisschen abgezockt, aber man muss sich ja nun nicht alles gefallen
lassen. Da er auch kaum Gegenargumente hatte wehrte sich der Wirt auch
nicht lange und akzeptierte das ich nur das Zimmer bezahlte. Womit er
sowieso mehr als genug bedient war und sich wahrscheinlich immer noch
ins Fäustchen lachte....
Ist
das Geld nicht Wert... besser
ein anderes Hotel nehmen
Nach
dieser Episode brach ich dann auf, nicht ohne mir vorher ein wenig
Proviant in Form von in Brot eingebackenen Pulpo zu besorgen. Den ich
auch schon gestern gegessen hatte, einmal gegrillt und einmal in Brot
eingebackenen. Ich liebe Tintenfisch, aber in Deutschland gibt es den
ja nur als Ringe...
Heute
muss ich auf jedenfalls in Ribadeo ankommen, da ich da ein
Hotel gebucht habe. Da das aber fast 70 KiloMeter sind, habe ich
für den Notfall ab Tapia (ca. 25 km vor Ribadeo) die Feve
eingeplant. Ausserdem blieb ich jetzt auf der N634
(Landstraße) und mied
nach dem letzten Erlebnis die Pilgerwege für
Fußgänger. So kam ich recht flott voran. Dummerweise
gönnte ich mir in Navia mal wieder Tintenfisch, von dem mir so
schlecht wurde (weil überfressen), das ich bis Tapia deutlich
langsamer fuhr. Ich glaube den Test der reise verzichte ich auf meinen
geliebten Pulpo.
Mmh,
das war so lecker,
aber danach konnte ich nicht mal mehr "papp" sagen...
Von
Tapia aus fuhr ich (ein letztes mal, den ab dem
Camino del Norte fährt keine Feve mehr) mit der Bahn, die mal
wieder rammelvoll war mit Pilgern. Mit einem von ihnen, einem
hippiemässigen Wuschelkopf von Spanier unterhielt ich mich
ganz nett. Er erklärte mir auch den Unterschied zwischen
Camino del Norte und Camino de la Costa. Bisher war ich an der
Küste entlang gereist, also dem Camino de la Costa, doch nun -
ab Ribadeo führt der Weg von der Küste weg bis auf
den Camino Frances. Und dieses Verbindungsstück, das den
Camino de la Costa mit dem Camino Frances verbindet nennt man Camino
del Norte. Wieder was dazu gelernt. Übrings war es dumm von
mir
die Feve zu nehmen. Hätte ich Tapia links liegen gelassen und
wäre statt dessen bis zur Brücke nach Ribadeo
gefahren,
hätte ich mir zwanzig Kilometer gespart und wäre
früher
dagewesen als mit der Bahn. Nachher ist man immer schlauer....
Ribadeo
selber ist eine von den reicheren armen Dörfern (in
Spanien sind es schon Städte). Ich hatte immer gedacht Spanien
ist reich und wohlhabenden, wo die doch so viele Produkte - besonders
Agrarprodukte - in unser Land importieren, aber hier ist es wie
überall in der Welt: Auch hier ist der Wohlstand ungerecht
verteilt.... Nur noch stärker als bei uns. Da hilft auch der
Tourismus nicht viel, auch wenn sich selbst das kleinste
Kuhdorf ein
"oficinale de tourismo" gönnt. Auf ein Dorf das es geschafft
hat mit Hilfe des Tourismus einen bescheidenen Wohlstand zu erreichen
(nicht zuletzt auf de Rücken der Schwarzafrikaner, die die
Drecksarbeit machen und oft wie Sklaven gehalten werden) kommen 10
Dörfer in allen vier Windrichtungen, die es nicht geschafft
haben und die so arm sind, das wir dort nicht mal tot
über den Zaun hängen möchten.
Also
wenn man
so ausserhalb der Touriorte wie Teneriffa oder Mallorca Spanien bereist
kann das ganz schön deprimieren.... Meine 1-Sterne Hotel in
Ribadeo ist natürlich nicht der
Kracher...
aber wenigstens war der Tag heute ziemlich ereignislos und harmlos
wofür ich über alle Maßen dankbar bin....
bis morgen
22.08.2011
Heute,
kurz vor Mondonedo und Villalba habe ich so viele Pilger wie noch
nie zuvor getroffen. Insgesamt ca. 25 Fußgänger und
10 Radfahrer. Ich frage mich wo die plötzlich alle herkommen.
Vorher habe ich die nie gesehen. Auch in Ribadeo ist mir keiner von
denen über den Weg gelaufen...
Das
grösste Problem ist inzwischen nicht mehr die Strecke,
sondern Fragen wie: wie weit und wohin fahre ich heute und wo
übernachte ich. Mein Hotel Santa Cruz in Ribadeo war mehr so
eine Art Pension. Sehr
einfach in der Ausstattung und alles schon ziemlich runtergekommen und
ein bisschen schmuddelig. Dafür war es mit 35 EUR inkl.
Frühstück preiswert. Und das
Frühstück bestand immerhin aus einer grossen Tasse
Kaffee und einem riesigen, frischen Kaffeeteilchen. Und die Wirtin war
ganz nett... Damit es war es schon um Welten besser als das doppelt so
tEURe Baltico in Luarca. Ausserdem hatte mir die Wirtin relativ(!)
widerstandslos ein besseres Zimmer gegeben, als ich über den
Zigarettenqualm klagte.
Preiswert
und relativ sauber und
gutes Frühstück...
Jedenfalls
startete ich an diesem Tag mit
viel Elan und Kraft und Kinderschokolade im Gepäck und habe
mir heute als Ziel Villalba gesetzt. Lt. Routenplaner 72 km, lt. meinem
Navi 68 und lt. Schildern 66 KiloMeter. Auf jeden Fall am
äußersten Limit meiner Möglichkeiten,
obwohl die Strecke praktisch ununterbrochen auf der Nationalstrasse
n-634 entlangführt, was die Sache - trotz der vielen auf und
abs - wesentlich erleichtert. Ich bekomm da zwar nicht viel mit von der
Schönheit der Landschaft, aber ich finde sowieso viel zu wenig
Zeit um z.B. zu fotografieren. Meistens bin ich auch viel zu
erschöpft dazu und ausserdem mache ich kaum noch Pausen,
höchstens mal 5 Minuten um was zu trinken oder was Schokolade
zu essen. Ich will immer schnell durch.... Vorgestern
hatten wir 33 Grad , gestern maximal 19 Grad und Regen und
heute war es am Morgen heiss und gegen Mittag fing es an zu regnen und
kühlte wieder ab. Das zehrt schon an der Gesundheit.
Bis
kurz vor Mondonedo kam ich sehr gut durch, aber dann
wurde die N634 zu einem gefährlichen Rinnsal, auf
dem nicht mal 2 Autos nebeneinander Platz fanden. Und viel
Verkehr war
hier auch noch. Nachdem ich
zweimal beinahe in einen lebensgefährliche Situationen
gekommen war, stieg
ich entnervt vom Rad und suchte nach einem anderen Weg. Da es keinen
anderen gab folgte ich einigen Pilgern aus Spanien und nahm
für ein
paar KiloMeter (vielleicht 6 oder 8 km) den Autobus bis das Schlimmste
vorbei war. Dadurch
gewann ich ausserdem auch etwas Zeit. Etwa von Gontan aus ging es dann
wieder 20 km weiter mit dem Rad bis Villalba.
Tristesse
pur: die
bunkerähnliche Herberge, die auf dem Bild besser aussieht als
in Wirklichkeit. Luxus pur: Hotel Parador
Wäre
ich doch nur in Mondonedo geblieben. Ich habe das
Gefühl, die Städte werden immer ärmer je
näher ich Santiago de Compostela komme. Dabei hatte ich
Villalba als Ziel
ausgewählt, weil es auf dem heutigen Weg die grösste
"Stadt" war. Schon Ribadeo hatte mich geschockt mit seinem
ärmlichen Stadtbild, aber die graue Tristesse von Villalba war
noch einmal ein paar Grad erdrueckender. Aber was macht man in solchen
Fällen, um die
Armut nicht zu sehen? Man umgibt sich mit Luxus. Nach einem Blick auf
die furchtbare, erdrückende Herberge machte ich auf dem Absatz
kehrt und ging zielstrebig auf das einzige 4-Sterne Hotel des Ortes
(was wollen die überhaupt damit?) zu, bereit jeden Preis zu
zahlen für ein Zimmer. Und ich bekam auch eines. Für
relativ läppische 70 EUR bekam ich ein
Teakholz-vertäfeltes Zimmer - grösser als mein
Wohnzimmer in Bonn - mit französischen Bett (2 x 2 m), Couch,
goldenen Spiegel, Stereoanlage, riesigem LCD-Bildschirm, Parkettboden
und einem Bad, dreimal so gross wie meines in Bonn, mit zwei
Waschbecken, Whirlpool und alles in Marmor. Und dazu Seife, Cremes,
Conditioner, alles was man in einem Bad braucht oder nicht braucht. Es
stimmt: wenn einen
die Armut um einen herum erdrûckt, dann ist Luxus etwas was
zumindest die Symptome behandelt. Eine Lösung des Problems
Armut ist es natürlich nicht. Aber dafür bin ich ja
auch nicht hier. Mein Ziel ist es etwas EURopäische Kultur zu
erleben und den Weg des Apostels Jakob nachzugehen....Trotzdem kann ich
den
Luxus hier irgendwie nicht geniessen und habe mir vorgenommen ihn auch
nicht zu nutzen. Nur das Bett werde ich nutzen und die Dusche. Sauna,
Whirlpool und Roomservice oder gar Minibar sind tabu, weil ich das
Gefühl habe das das meiner Mission nicht gerecht wird. Ausser
die Pralinen die auf dem Bett liegen. Die Futter ich noch weg... :)
Morgen
will ich versuchen bis Arzua durch zu kommen, dann wäre
ich
auf dem Camino Frances. Ein ehrgeiziges Ziel von 68 km, allerdings wird
das knapper werden als heute, da ich morgen erst um 11.30 Uhr weg kann,
weil ich noch einen Stempel brauche und das Touristikbuero erst um 11
Uhr öffnet.... mal sehen wie weit ich komme...
bis morgen...
23.08.2011
Nur
noch 41 km bis Santiago de Compostela!
Ca.
70 km in 6 stunden und 30 Minuten. Die Fahrt nach Arzua klappte
richtig gut. Die ersten 20 km waren bergig. Wie immer, aber inzwischen
reiße ich die auf einer Ar...backe runter....danach wurde es
etwas härter, da ich nach 25 bis 30 km immer ein
körperliches und mentales Tief habe. Aber als ich gerade um
diese Zeit herum das Schild "Santiago 66km" sah und es ausserdem mehr
und mehr auch flacher wurde, gab mir das sofort auftrieb. Für
kurze Zeit reifte in mir sogar der kühne Plan nach Santiago
durch zu fahren. Ich fuhr deshalb auf der N634 Richtung Santiago weiter
statt in Richtung N-VI, wie es für Arzua richtig gewesen
wäre.
Die
N634 war allerdings sehr stark befahren für eine
Nationalstrasse. Besonders mit vielen Lkw's, die wie die Irren
über die Piste heizten. Einmal in einer Kurve, als ich einen
Lkw hörte, bin ich (lange bevor ich den Lkw sah) abgestiegen
und habe das Fahrrad auf die Wiese gezogen. Ich weiss nicht warum ich
das getan habe: Innere Eingebung? Der Instinkt eines Radfahrer, der
seit 30 Jahren im Sattel sitzt und seine Pappenheimer kennt? Mein
Schutzengel?! Jedenfalls kam, kaum das ich abgestiegen war, ein Lkw mit
solchem Tempo in die Kurve geschossen, das er den gesamten
Seitenstreifen
mitnehmen musste... schon so raste er nur wenige ZentiMeter an mir
vorbei. Wäre ich nicht abgestiegen und auf die Wiese
ausgewichen hätte er mich erwischt.... Leider sind die Lkw-
Fahrer in Spanien genauso rücksichtslos wie in Deutschland und
dem Rest der Welt. Muss wohl irgendwie am Beruf liegen....
Inzwischen
wurde mir klar das ich es wohl heute nicht bis Santiago
schaffe würde. Vermutlich hatte die km Anzahl 66 auch nicht
gestimmt. Abweichungen von
10 % der tatsächlichen Entfernung sind in Spanien immer
möglich. Also bat ich mein Navi eine neue Lösung zu
suchen die mich
ohne grosse Umwege nach Arzua brachte. Die Empfehlung war in 10 km
links abzubiegen auf die AC 834 und dann 25 km weiter zu fahren bis
Arzua. Als ich die Abzweigung endlich erreichte, kam ich nochmal kurz
in Versuchung:
geradeaus ging es weiter nach Santiago, lt. meinem Navi
genau 50 km. Links ging es nach Arzua, 25 km lt.GPS. Ich hatte jetzt
schon gut 45 KiloMeter hinter mir und ich hätte es in Richtung
Santiago wohl kaum vor dem dunkel werden geschafft. Also siegte die
Vernunft und ich fuhr nach Arzua. Leider war auch die AC834 eine Raser-
und Lkw-Strecke, aber dafür ging es auf den 25 KiloMetern gut
17 KiloMeter fast nur steil bergab. So steil das ich in der Regel um
die 60-70 km/h schnell war, teilweise bestimmt sogar 80 bis 100km/h. So
schaffte ich die 25 km in knapp einer Stunde und die
Gesamtstrecke von gut 70 km in weniger als 7 Stunden.
Schon
auf dem Weg nach Arzua war die Anzahl der Pilger die ich
unterwegs traf wieder
gestiegen. Aber kein Vergleich mit Arzua selber. In Arzua scheint jeder
2te oder 3te Einwohner ein Pilger zu sein, denn in Arzua treffen die
grossen Pilgerwege zusammen. Und die Einwohner von Arzua
scheinen gut davon zu leben, denn Arzua wirkt bei weitem nicht
so
ärmlich wie die Städte zuvor. Allerdings ist man
hier, allen voran die informacion turistica, wenig freundlich und
hilfsbereit. Besonders zu nur Englisch sprechenden Pilgern.
Hier
in Arzua habe ich auch zum ersten mal Pilger in meinem Alter
getroffen. Der Camino de la Costa bzw del Norte ist eindeutig der Weg
der Jugend. Was auch richtig ist, denn für alle jenseits der
30 ist
der Weg nur
schwer zu zu schaffen.... Kaum in Arzua angekommen bin ich sofort von
ein paar Deutschen in Beschlag genommen worden, die mir u.a. den Weg
zur informacion turistica
(anderer spanischer Dialekt) zeigten und ein paar Tips zu Pension und
Restaurant gaben.... Leider bekam ich nicht in
meiner Wunschpension ein Zimmer und musste
deshalb woanders nachschauen und fand schliesslich eine Pension (Meson
do Peregrino) mitten im Zentrum, auf der Calle de Roman Franco Nr. 7.
Um
Gottes Willen hier nicht
einkehren.... (Quelle: Google Streetview; Schild ist jetzt schwarz
statt rot)
Für
20 EUR mit winzigem Gemeinschaftsbad auf dem Flur. Das
Zimmer roch schon
merkwürdig als ich es um 19:30 betrat, aber ich redete mir
ein, das ich das bin und ging erst mal duschen. Schon das entpuppte
sich als gemeingefährlich, denn Dusche und Boden waren
eisglatt und rutschig und nirgendwo war ein Halt, sodaß ich
zweimal beinahe ausgerutscht wäre. Ich
beendete meine Wäsche umgehend und schwor mir das Bad morgen
früh zu meiden, zumal es nicht sehr sauber wirkte.
Zurück in meinem Zimmer fiel mir sofort der Geruch wieder auf.
Es roch nach Petroleum. Da aber ich nur normale
Heizkörper sah und da das Wasser eine Gedenkminute brauchte
bis es
warm wurde tippte ich aber eher auf Gas. Irgendwo, so schien es mir,
strömte
Gas aus. Und der Geruch wurde stärker
wenn jemand duschte. Ich ging also zu der Wirtin und versuchte ihr klar
zu machen das irgendwie und irgendwo Gas austritt. Englisch ist in
Spanien so eine Sache. Keiner kann es wirklich richtig. Also
bat ich sie nach oben, um es selber zu riechen. Inzwischen roch der
ganze Flur
nach Gas, doch die Wirtin und der Wirt taten so als wäre ich
bekloppt, öffneten aber ein Fenster im Flur. Da war mir klar
das die ganz genau wussten das hier was nicht stimmt, zumal mir jetzt
auch
die zwei versteckten elektronischen Duftspender in meinem Zimmer
auffielen, die beim ersten betreten des Zimmers Nr. 45 den Gasgeruch
noch übertünchten. Ich vermute mal das
entweder die
Gastherme, die ich im abgeschlossenen Raum neben dem Bad vermutete,
manipulierte war oder irgendwo in der Wand des heruntergekommenen
Hauses ein winziges Gasleck in der Leitung ist, das noch nicht gross
genug war um, das Haus in die Luft zu jagen bzw. noch nicht
ausreicht
um jemanden damit zu ersticken, aber doch immerhin ausreichte, um es
zu riechen.
Vielleicht
nicht heute, aber irgendwann wird jemand in dem Haus im Bad zu Tode
stürzen, am Gas ersticken oder mit dem ganzen Haus in die Luft
fliegen. Aber ich würde es nicht sein, packte meine Sachen
zusammen und verliess das Zimmer
umgehend, das ich leider schon bezahlt
hatte.... Und dann stand ich kurz nach 21.00 Uhr auf der
Strasse und
wusste nicht wohin. So
fuhr ich zum Pazo de Santa Marina und buchte mir für tEURes
Geld ein
Appartment für eine Nacht.... Für Santiago habe ich
mir jeden Falls
erst mal ein Hotel vorgebucht über booking-info, denn nach den
Herbergen habe ich nun auch von Pensionen die Schnauze voll.
Empfehlenswert,
aber auch
teuer: Pazo de Santa Maria, ca. 1 km vor Arzua...
24.08.2011
13:41 Uhr: Santiago de
Compostela.
Trotz allem oder auch wegen Allem
ein erhabener Augenblick. Ich muss schon ein paar Tränen
wegdrücken. Mit jedem KiloMeter den man Santiago
näher kommt wächst die Zahl der Pilger. Es
sind jetzt Tausende.
Und
man
sieht es der Stadt - Santiago de Compostela - sofort an: Die
Pilger haben Sie reich gemacht. Es
ist eine reiche und eine schöne Stadt. Die historische
Altstadt mit der Kathedrale, der Uni und unzähligen anderen
mittelalterlichen Prachtbauten ist wirklich eindrucksvoll und
bezaubernd.
Vom
Ortsschild bis zur Kathedrale sind es noch mal ein ganzes
Stück. Man genießt jeden Meter.
Die
letzten Meter
zur Kathedrale habe ich gefilmt, ebenso das innere der Kathedrale.
Meine
Compostela, meine Urkunde und meinen Abschlusstempel habe ich mir
natürlich auch sofort besorgt. Die Urkunde ist in lateinisch
und natürlich auch mein Vorname: thomom....
Ob
es sich gelohnt hat? Gestern hätte ich noch gesagt nein,
heute sage ich uneingeschränkt ja. Tausende Pilger die
humpelnd und verschmutzt singen und lachen können nicht
irren... und wie gesagt: es ist schon ein erhebendes Gefühl
hier zu stehen. Plötzlich ist man stolz darauf
Europäer und Christ zu sein und ich bin weiß Gott
kein Frömmler... Immerhin schaut man hier auf 2000 Jahre
Geschichte...
25.08.2011
Das Wetter heute ist
wirklich
Besch...eiden. Gestern noch strahlender
Sonnenschein (als ich einziehe in die Stadt) und heute ununterbrochen
Regen. Die Pilger die heute von Arzua gestartet sind oder aber gestern
die ganze Strecke nicht geschafft haben, haben heute die Ar...karte
gezogen. Ich bin ganz froh dass das Wetter so schlecht ist, denn ich
fühle mich etwas angeschlagen und bleibe auch relativ lange im
Bett. Eigentlich wollte ich noch BadEURlaub in Fisterra machen, aber
das Wetter soll die nächsten Tage so bescheiden bleiben. Also
plane ich meine vorzeitige Rückreise, zumal mir das Geld
ausgeht und ich ausserdem gesundheitlich ziemlich angeschlagen bin.
Zwar muss ich meinen Ryainairflug verfallen lassen, aber mit denen
verreise ich auch nie
mehr. Stattdessen werde ich vermutlich am 27sten mit dem Bus
verreisen... da ich damit auch 5 Tage Hotel und Verpflegungskosten
einsparen hole ich damit auch die Kosten fûr den Flug und den
Versand des Fahrrad raus. Das habe ich nämlich heute per UPS
zu meinen Eltern versandt: Habe das hier in einem Fahrradladen
abgegeben
und die haben das für mich auseinandergebaut, verpackt und
versandt... toller Service aber nicht billig. Alles in allem 112
EUR.... aber damit habe ich eine Sorge weniger...
Gegen
Abend bin ich dann in strömenden Regen nochmal zur
Kathedrale
und habe ein paar Kerzen angezündet (für meine
Kinder, Mama,
Papa, Petra, Matthias und Cordula und natürlich mich, sowie
die restlichen drei im kollektiv für alle anderen Verwandten
und
Bekannten) und danach habe ich natürlich noch den Apostel
umarmt. Egal ob Regen oder Sonne ob morgens oder abends, die Kathedrale
ist immer rammelvoll und für die Umarmung muss man Schlange
stehen....
aber danach ging es mir sofort besser... komisch, nicht wahr, dabei
habe ich bei der Umarmung nur an meine Kinder und Eltern und meine
Schwester gedacht und mich selber ganz vergessen... bis morgen...
26.08.2011 Heute
ist mein vorletzter Tag. Habe heute den Bus gebucht. Morgen
Vormittag geht es los und Ankunft ist Sonntag in Köln. Der Tag
heute war es wieder sonnig und wäre es nicht so teuer
hätte ich doch noch einen Abstecher nach Finisterra gemacht...
Aber das ist einfach nicht mehr finanziell drin... Habe mir nochmal die
Wampe vollgeschlagen mit
Babytintenfischen, aber auch mit Doener. Allerdings ist der Doener
nicht mit unserem in Old Germany zu vergleichen. Schmeckt nach gar
nichts... Kaum gewuerzt. Auch die Chipriones (Babytintenfische) im
"Gasthof" waren nicht der Hammer... Noch kann ich mir die
üppigen Mahlzeiten leisten: trotz täglich 3000 bis
4000 Kalorien (die Hälfte
alleine durch Getränke) habe ich in den zehn Tagen gut
abgenommen, zumindest sagt das der Gürtel, den ich jetzt auf
das 5te Loch stellen kann (vorher 3)...
Was
ist abschliessend zu sagen? Zu Santiago: eine der
schönsten Städte die ich jemals
gesehen habe. Besonders die Altstadt und die Kathedrale aber auch ganz
besonders die Universität, die zu großen Teilen in
historischen Gemäuern untergebracht ist. Da dringt aus allen
Ecken der Geist der Scholastik.... doch man hat hier ein Problem:
Abgase. In Spanien ist man noch nicht so weit was Umweltfreundlichkeit
betrifft. Mülltrennung ist ein Fremdwort (ausser auf der
Prachtstrasse "Rua de Berlin") und hier hat noch lange nicht jedes Auto
einen Kat. Viel schlimmer: die Spanier haben die Angewohnheit jeden
ZentiMeter
mit dem Auto zurück zu legen und wenn Sie stehen und zB..
ausladen den Wagen weiterlaufen zu lassen. Vor allen Dingen bei den
alten Transporter, die nicht mehr anspringen würden, wenn man
sie ausmacht und die extrem viele schwarze Abgaswolken abgeben. Das
kann dann auch schon m 30 Minuten dauern, die so
eine Kiste z. B. mitten in der Altstadt vor sich hin dampft... Die
Abgase führen natürlich zu Schäden an den
alten Gebäuden und so wird ständig irgendwo
restauriert... und für Asthmatiker ist das natürlich
auch
nicht so toll...
Die
Stadt lebt ansonsten natürlich gut von und mit dem
Pilgern. Alles ist auf den Camino und den Apostel ausgelegt. Aber es
ist nicht nur Kommerz. Die
Spanier sind auch so sehr gläubig und leben daher auch
fûr ihren Glauben.
Zum
Pilgern allgemein: also ich würde es noch mal.machen aber
nicht
über den Camino de la Costa und nicht mehr mit Fahrrad.
Ausserdem würde ich es gern mit meinen Kindern oder Freunden
machen. Es ist schon.ein tolles Gefühl wenn man am Ziel ist,
aber man muss jeden Tag seinen inneren Schweinehund überwinden
und oft unerwartete Schwierigkeiten. Trotzdem: wenn man am Ziel ist
fühlt man sich auserwählt und irgendetwas kommt
über einen, was man nicht erklären kann...
Zu
Spanien: ist in vielen teilen immer noch ein armes Land mit vielen
Benachteiligten.
Umwelt-
und Naturschutz wird für Luxus gehalten,
könnte aber sicher die Armut entschärfen, nur ist
niemand hier in der Lage das zu erkennen.
Was
ich als sehr
störend empfinde ist die Siesta. Sogar manche
Supermärkte schliessen zwischen 14 und 17 Uhr. Und das hier
praktisch niemand englisch kann, nicht mal die Jugend ist ebenfalls
störend....
Was
ich toll
finde: das es Meeresfruechte in allen Varianten und überall
frisch zu kaufen gibt. Und die vielen kleinen Geschäfte, die
in Deutschland keine Chance mehr hätten gegen Aldi, Lidl und
Co. Und das man Kunden
besser behandelt als in Deutschland.
Es
war alles in allem ein Abenteuer, das ich mir - auf andere Weise -
vorstellen kann zu wiederholen und das man als Christ und/oder
Europäer mal gemacht haben muss, weil es zu unserer Kultur
und/oder zu unserer Religion gehört. Seit 2000 Jahren...
morgen mehr über
die Rückreise...
27.08.2011
Ab nach Hause....
Der Bus fuhr von der Estacion de Autobus ab, ein
großer
"Hafen" für Busse. Und natürlich war mein Bus der
Letzte der
Abfuhr und mein Busfahrer sah so aus, als würde er gerne mal
einen
über den Durst trinken und der Beifahrer war ein
dürres,
winziges Faktotum von undefinierbaren Alter (aber auf jeden Fall
jenseits der 60). Der Hammer: Nach einer Fahrt von knapp 50