Tipp
Nr. 19: Essen in Spanien
Sie
sollten drei mal am Tag essen:
-
Morgens viele Kohlehydrate, also Cornflakes,
Brötchen und ordentlich Zucker. Meiden sie morgens Eiweiss und
zu viele Fette, die belasten sie nur unnötig und rauben Ihnen
Kraft.
-
Mittags nur wenig Essen und möglichst
leicht. Vielleicht ein Brötchen oder ein Snickers oder einen
Müsliriegel.
-
Abends können sie dann so richtig
reinhauen. Pulperia, McDonalds, Pizza, chinesische, alles ist erlaubt.
Ruhige viele Kalorien, denn sie haben bei 8 Stunden Fahrt sicherlich
3000-4000 Kalorien verloren.
Unterwegs sollten sie nichts essen, dafür
aber um so mehr
trinken.
Sie sollten schon täglich bis 4 Liter trinken, aber auf keinen
Fall
nur Wasser. Besser Hälfte Cola, Hälfte Wasser.
Möglichst ohne
Kohlensäure. Am Abend oder mittags anstelle eines Riegels oder
eines
Brötchens sollten sie 0,5 L Trinkjoghurt und/oder Milch
trinken.
Essen
und trinken sie auf keinen Fall während der Fahrt!
Auf den
holperigen Wegen passiert es schnell, das das Essen oder Trinken in
die falsche Kehle, sprich in die Luftröhre kommen und gerade
bei
fester Nahrung ist das alles andere als ungefährlich. Also:
Wenn immer vom Rad steigen und nur dann essen und trinken....
Essen
gehen kann man in Spanien überall und gut. Besonders beliebt:
Pulperias wo es Tintenfisch, Calamares, Chipriones, Fisch und
ähnliche Dinge gibt, aber auch Steaks, Hamburger, Pommes,
Bratkartoffeln, etc. Die Preise in den Pulperias sind meistens sehr
moderat und das Essen gut und reichlich. Macdonalds,
Dönerbuden und
chinesische Restaurants finden sich in den großen
Städten, wie in
Bilbao, Gijon oder Santiago de Compostela. Speziell die
Dönerbuden
werden sie aber etwas enttäuschen, da das Fleisch zwar gut
(sehr gut sogar),
aber
viel zu schlaff gewürzt ist und die Knoblauchsosse kaum
Knoblauch
enthält.
Andererseits
werden sie sich wahrscheinlich wie ich und meisten anderen Pilger
sowieso in erster Linie im Supermarkt eindecken. Das ist auch
wirklich empfehlenswert. Fast jedes größere Dorf hat
inzwischen
auch in Spanien einen Supermarkt (Draussen steht dann wahrscheinlich
so was wie: DIA oder FROIZ oder GADIS oder EL ARBOL oder CARREFOUR
oder einfach nur SUPERMERCADO). Zwar sind diese nicht zu vergleichen
mit unseren Konsumtempeln, aber dennoch gut bestückt.
Leider
ist alles in Spanisch gehalten, sodass sie oft nicht wissen was drin
ist bzw. was es überhaupt ist, was sie da kaufen.
Dafür ist ein
Smartphone gut, entweder mit der Google Übersetzung oder einem
Barcodeprogramm, das den Barcode einscannt und ihnen sagt, was sie da
kaufen.
Besonders
reichhaltig ist das Angebot an Meeresfrüchten, frisch und in
Dosen,
sowie an süssen Frühstückssachen. Und die
Sachen sind hier
wirklich süss, so sehr dass es schon an den Zähnen
klebt.
Aber
zum einkaufen kann ich ihnen keinen Tipps geben, hier müssen
sie
ihre eigenen Erfahrungen sammeln...
Tipp
Nr. 20: Unterbringung während der Pilgerreise
siehe "Unterbringung leicht gemacht"
Tipp
Nr. 21: Booking.com
siehe "Unterbringung leicht gemacht"
Tipp
Nr. 22: Kann ich als Radfahrer auch die Pilgerwege benutzen?
Können
sie, aber warum sollten sie das tun? Sie werden auf dem Camino de la
Costa bis 150 km vor
Santiago de Compostela nur ganz selten auf Pilger treffen, egal ob
sie auf den Nationalstraßen fahren oder auf dem eigentlichem
Pilgerweg. Oft ist der Pilgerweg sogar zugewachsen oder sonst
irgendwie für Fahrräder völlig ungeeignet
oder unbefahrbar. Und
sehr oft nutzen auch die wenigen Fuss-Pilger nicht den eigentlichen
Weg, sondern ebenfalls die Nationalstraßen, weil beim Fussweg
oft
extreme Höhenunterschiede und Steigungen überwunden
werden müssen,
die kaum noch zu schaffen sind.
Erst ab Ribadeo, also erst wenn
der Camino de la Costa zum Camino del Norte wird, wächst der
Pilgerstrom von Stunde zu Stunde und Tag zu Tag immer mehr an.
Bleiben
sie auf den National- und Landstraßen oder lesen sie zur
Abschreckung einfach mal meinen Tagebucheintrag vom 20.08.2011 wo ich
so dumm war und auf einen Pilgerweg fuhr, in der Hoffnung mal ein
paar andere Pilger zu treffen...

Tipp
Nr. 23: Vertrauen ist gut, Misstrauen ist besser, Guardia Civil ist
noch besser.
Vorweg:
Die Spanier sind ein stolzes Volk und sehr religiös. Die
Kriminalität ist - von Hochburgen in Bilbao mal abgesehen -
nicht
viel höher als bei uns. Aber es gibt ja nicht nur Spanier in
Spanien, sondern neben den Migranten noch viele, viele Pilger. Und
nur weil einer Pilger ist, heisst das nicht, das er ehrlich oder
nicht kriminell ist. Leider ganz im Gegenteil: die meisten Pilger
werden nicht auf der Straße, sondern in den Herbergen und
Pensionen
von anderen Pilgern beklaut. Dabei geschieht das weniger aus
Kriminalität als aus Not. Sie müssen bedenken, dass
viele Pilger
sehr arm sind, nur das notwendigste Besitzen und oft sogar etwas Geld
oder Essen tagtäglich erbetteln müssen. Das ist
tatsächlich immer
noch so, vor allen Dingen bei den Einzelpilgern aus dem ehemaligen
Ostblock und bei den Südamerikanern. Und wenn sie solchen
Leuten die
Gelegenheit bieten ihnen etwas zu stehlen, dann werden die das in
Ihrer Not hin und wieder auch tun. Da sind sie dann aber selber schuld.
Wenn sie einigermassen gut betucht sind, sollten sie auch immer, wenn
sie jemand anbettelt, etwas abgeben, sei es nun Essen, Trinken oder
ein paar EUR.
Es
gibt aber auch die üblichen Kriminellen:
-Gefährliche
Viertel in Bilbao, wo sie tatsächlich überfallen
werden können
-Abzocke
in Restaurant's (völlig überteuerte Rechnung, wo ein
Kaffee 10 EUR
kostet)
-Trickbetrüger
aller Art
-Unehrliche
Pensionsbesitzer
Beachten
sie daher folgendes:
-Meiden
sie die unter Tipp 17 (Anreisetipps) genannten Viertel in Bilbao,
zumindest nach dem dunkel werden
oder laufen sie wenigstens nicht mit teuren Smartphones (a la
Iphone), Notebooks, Uhren oder Schmuck in dieser Gegend rum.
-Werden
sie in einem Restaurant abgezockt, drohen sie nicht dem Wirt, sondern
gehen sie direkt zur Policia oder noch besser zur Guarda Civil.
Dasselbe gilt bei Trickbetrügern. Das sind echte Kriminelle
und die
sollten sie nicht bedrohen. Wenn sie aber weniger als 10 oder 15 EUR
verloren haben, dann vergessen sie es ganz und haken sie es als
Erfahrung ab.
-Bietet
Ihnen jemand, z. B. eine nette Pensionsbesitzerin an, bestimmte, u.
U. wertvolle Sachen für sie aufzubewahren oder darauf
aufzupassen
oder diese Dinge für sie zurück zu versenden:
Vergessens sie's! Machen sie es nicht: nehmen sie die Sachen lieber mit
bzw. versenden
sie die Sachen lieber selber. Sie dürfen niemals vergessen das
Spanien immer noch in grossen Teilen ein armes Land ist und
Gelegenheit Diebe macht.
-Fahren
sie nicht per Anhalter - gerade als Frau nicht - und tun sie auch
sonst keine Dinge, die sie auch zuhause nicht tun würden, wie
z. B.
Einladungen zur Übernachtung von fremden Männern
anzunehmen. Die
Mensch sind hier in Spanien nicht schlechter als in Deutschland, aber
auch nicht besser.
Ein
besonderer Tipp: Bei Streitigkeiten mit Spanieren drohen sie nicht
damit die Polizei zu holen, sondern damit sich an die Guardia Civil
zu wenden. Inzwischen ist die Guardia Civil völlig in die
spanische
Demokratie integriert, aber das war in der Geschichte Spaniens nicht
immer so. Die unterschwellige Angst der Bevölkerung vor dieser
ehemaligen Unterdrückerpolizei Franco's ist - nach
über 30 Jahre
nach der Franco-Zeit und des letzten Putsches - immer noch gewaltig.
Es gibt tatsächlich älterer
Bevölkerungsteile die niemals
freiwillig in ein Auto der Guardia Civil einsteigen würden,
aus
Angst für immer zu verschwinden. Das ist kein Witz und keine
Übertreibung.
Deshalb:
bei Streitigkeiten immer direkt mit Guardia Civil drohen und das
Problem erledigt sich fast von selbst. In grossen Städten wie
Bilbao
patroullieren die sowieso an vielen Straßenecken mit
gepanzerten
Fahrzeugen und Maschinengewehren.

Tipp
Nr. 24: Hunde
Ein
großes Problem, für Fussgänger noch mehr
als für Radfahrer, sind
Hunde, speziell auf den Dorfstraßen (CU-, CA-,
LU-Straßen).
Wann
immer sie über diese Dorfstraßen wandern, treffen
sie auf Hunde,
meistens mehrere gleichzeitig, die sie anbellen. Solange sie nur
bellen und angebunden sind - und das sind die meisten inzwischen
–
ist das alles kein Problem. Aber auf dem langen Weg wird es Ihnen
immer wieder passieren, das der eine oder andere Vierbeiner nicht
angekettet ist oder sich befreien konnte. Oder aber es passiert ihnen
das was mir passiert ist:
Ich
sah ein paar Hunde hinter einem langen, langen und sehr hohen Zaun
und ärgerte sie. Und plötzlich war der Zaun zuende.
Und offen. Und
die Hunde standen frei vor mir. Zum Glück war der eine Freche
nur
ein winziger Terrier und der große Mischling hatte mehr Angst
als
ich. Aber das hätte auch böse ausgehen
können.
3
Tipps hierzu:
-
Sie hören die Hund schon von weitem
bellen. Machen sie eine großen Bogen um sie bzw. gehen sie in
so großem Abstand wie möglich an diesen Tieren
vorbei.
-
Ärgern sie keine angebundenen oder hinter
Zäunen eingesperrte Hunde. Hunde können sich
losreissen oder der Zaun kann irgendwann zuende und offen sein und
zudem sind die meisten Hunde von der Größe eines
Schäferhundes in der Lage einen Zaun von 2m Höhe zu
überspringen.
-
Falls das Kind in den Brunnen gefallen ist und sie
einem Hund gegenüberstehen: Sehen sie ihm nicht in die Augen,
drehen sie ihm aber auch nicht den Rücken zu. Gehen sie
langsam Schritt für Schritt zurück, auch wenn er
Scheinangriffe macht. Solange bis sie aus seinem Revier raus sind. I.
d. R. endet sein Revier in einem Umkreis von 10-20 Schritt um das Haus
herum. Sobald sie sein „Revier“ verlassen wird er
in 99% aller Fälle von Ihnen ab lassen.
Früher
sollen wohl öfters Pilger von Hunden angegriffen worden sein
und ich
kann mir das bei der Masse an Hunden auf den Pilgerwegen auch sehr
gut vorstellen, aber die Spanier haben dazugelernt und die meisten
Hunde sind angeleint oder angekettet oder eingezäunt.
Tipp
Nr. 25: Santander
Preislage
der Hotels: von 37,50 bis 200 EUR pro Tag ist alles möglich.
Santander ist schön und sehenswert, allerdings ist man in
wenigen
Stunden durch. Gegessen habe ich hier nichts, da die Restaurants
ziemlich teuer sind. Statt dessen habe ich mich in einem Supermarkt
eingedeckt und bin dann direkt ins Bett. Mein Hotel
„Liebana“ war
nicht schlecht vom Zimmer her, aber das Publikum und auch die
Mitarbeiter waren jetzt nicht das was ich vertrauenswürdig
nennen
würde. Trotzdem kann man es – gerade auch wegen des
Preises –
gut empfehlen. Übrigens sind die Straßen um
Santander bezüglich
der Breite der Strassen und auch der Breite des Seitenstreifens sehr
vorbildlich. Zudem gehört Santander zu den wenigen
Städten in
Spanien in denen man Ansätze von Fahrradwegen findet. Sie sind
meistens nur kurz und in homöpathischen Dosen in der Stadt
verteilt,
aber immerhin...
Tipp
Nr. 26: San Vicente de la Barquera
Muss
man mal gesehen haben, und ist eine der wenigen Städte die mir
richtig gut gefallen haben, aufgrund des interessanten
mittelalterlichen Stadtkerns (obwohl Stadt für dieses
Dörfchen ein
etwas zu starkes Wort ist). Und man kann hier sehr gut und sehr
preiswert (wenn man nicht aufpasst aber auch sehr teuer) essen. Meine
Empfehlung: Bar Colon; sieht ein wenig Imbissbudenmässig aus,
aber
das essen ist gut, ausreichend reichlich und sehr preiswert. Sie
sollten aber früh da sein, da es gegen Mittag rammelvoll wird
und
sie u. U. auf einen Tisch warten müssen. Auf jeden Fall, wenn
sie
genug Zeit haben, müssen sie die mal auf der Calla Alta
entlang
gehen und die Kirche Santa María de los Ángeles
und die Burg
besichtigen. Wirklich ein schöner An- und Ausblick. Leider
kann ich
hier keine Empfehlung bezüglich des Hotels abgeben, da ich San
Vicente de la Barquera mit der Bahn erreichte und direkt nach
Ribdasella weiterfuhr, um einen Tag Verlust wieder aufzuholen, da ich
für diesen Tag ein Hotel in Ribdasella gebucht hatte. Hier
müssen
sie sich selber informieren, aber wahrscheinlich werden sie etwas
ausserhalb von S.V.d.l.B. suchen müssen, in Comillas oder
Pechon
(beide etwa 6-7 km entfernt). Dort finden sie aber mit ziemlicher
Sicherheit ein Zimmer für 40-70 EUR.
Tipp
Nr. 27: Ribadesella / Garana
Die
Strecke von nach Ribadesella gehört zu
den für spanische
Verhältnisse gut ausgezeichneten Strecken. Und Ribadesella
gehört
zu den Touri-Städten, die es geschafft haben (dank eines
wirklich
schönen Strandes). Es gibt dort sehr viele Touristen, vor
allen
Dingen spanische und französische, aber in der Topzeit von
Juni bis
August auch leider wenige frei Zimmer, besonders in den Hotels und
Pensionen. Die einzige Jugendherberge ist sowieso völlig
überlaufen
und nimmt auch nur Jugendliche und Erwachsene deutlich unter 30
Jahren auf.
Ich
habe mir in Garana ein Hotel (Hotel Palacio de Garana) genommen, das
zu einem Campingplatz gehört. Es war mit knapp 40 EUR sehr
preiswert
und trotzdem Klasse. Leider liegt Garana 9 km von Ribadesella
entfernt und ist schlecht ausgezeichnet. Genau genommen müssen
sie
diese 9 km sogar zurück fahren, wenn sie in Ribadesella
angekommen
sind, oder sie fahren direkt von San Vicente de la Barquera aus nach
Garana und sparen sich so auch noch knapp 7-8 km Fahrt. Das geht
zwar theoretisch recht leicht, sie brauchen aber Gottvertrauen, da
Garana lange Zeit nicht ausgewiesen wird. Sie müssen
über die AS263 und so winzige Dörfer wie Llames und
zum Schluss über sehr
verwirrende und kaum ausgezeichnet Dorfstraßen fahren. Da
können
sie sich schon mal verfahren. Auch mit Routenplan. Und dann
wird’s
schnell böse...
Auf
keinen Fall dürfen sie Google Maps den Weg von Ribadesella
nach
Garana diktieren lassen, sondern sollten dann wirklich nur meinem
Routenplan folgen, entweder den von Ribadesella nach Garana oder dem
von San Vicente de la Barquera direkt nach Garana. Das Problem bei
Google Navigation war, dass er mich bei Einstellung PKW über
die A8
(Autobahn) führen wollte und bei Einstellung
Fussgänger leider über
einen unbefahrbare Trampelpfad führte, der sich in irgendwann
im
Nichts auflöste.
Meín
Tipp: Buchen sie am Vortag ein Hotel, wenn möglich in
Ribadesella
(bis 60 EUR) oder buchen sie ein Zimmer im Hotel Palacio de Garana
(Preis ca. 32,50 bis 45 EUR). Fahren sie die 68 km bis nach
Ribadesella, gehen sie zum Oficina de Tourismo und holen Sie sich den
Stempel und essen Sie was zu Abend in einem der vielen netten
Restaurants. Und gehen sie vielleicht noch was einkaufen. Wenn sie in
Ribadesella ein Hotel gefunden haben, dann müssen sie ja nur
noch
dahin gehen. Haben sie meine Hotelempfehlung in Garana oder ein
anderes ausserhalb Ribadesella liegendes Hotel gebucht haben (z. B.
in Nueva
de Llanes), dann gehen sie zu einem der vielen Taxis in Ribadesella und
lassen sie sich dann von dem Taxi (die nehmen die Fahrräder
problemlos mit; u. U. Vorderrad abmachen) zum Hotel fahren. Die 9 km
kosten nicht die Welt.
Tipp
Nr. 28: Gijon
Es
kann sein, das sie unterwegs auf Schilder treffen wo nicht Gijon,
sondern Xixon steht, mit einem Apostroph über dem o. Das ist
auch
Gijon.
Nach
Bilbao ist Gijon mit knapp 275.000 Einwohnern die
zweitgrößte
Stadt, auf die sie auf dem Weg nach Sanitago de Compostela treffen
werden. Sie hat einen tollen Yachthafen auf dessen Stegen Sie auch
das Oficina de Tourismo finden und einen Strand direkt am Stadtrand.
Ob das schön ist, lassen wir mal dahingestellt, auf jeden Fall
sind
die Wellen ganz beachtlich. Wenn das Wetter es zu lässt und
sie
nicht zu spät ankommen, sollten sie ruhig mal baden gehen.
Vergessen
sie die Pensionen und die Jugendherberge. Mal abgesehen davon, das
sie mit einer Wahrscheinlichkeit von 99% keinen Platz finden werden,
sind die von verschiedenen Führern empfohlenen Pensionen auf
der
Calle de San Bernardo (speziell Hausnr. 30 mit den der Pension
Gonzales und der Pension Argentina) bei weitem nicht so toll wie
angepriesen. Und die Jugendherberge, die ständig
überfüllt ist,
liegt zu weit ausserhalb. Gehen sie statt dessen auf der Calle San
Bernardo weiter in Richtung Innnenstadt (lassen sie sich von
Bauarbeiten davon nicht abbringen und umrunden sie diese), bis sie
auf die „Avenida de la
Costa“ treffen. Links können sie dann schon
wahrscheinlich das
Hotel Leon sehen. Das Hotel ist jetzt nicht der Hammer, aber
preiswert und gut genug und ich durfte sogar das Fahrrad mit auf mein
Zimmer nehmen (Hotel Leon, Avenida de la Costa 45, Gijon). Da es ein
Hotelkoloss ist, kriegen sie auch fast immer ein Zimmer für
eine
Nacht notfalls im 5 oder 6 Stock.
Essen
gehen kann man in Gijon überall und überwiegend gut.
Auch preislich
ist alles im Rahmen. Es gibt sogar einen Mcdonalds auf der Calle del
Maestro Amado Moran, aber das ist ein ganz schönes
Stück entfernt
vom Hotel. Wenn sie es Billig und schnell haben wollen, dann gehen
sie zu Pizza Movil (Schnellimbiss, bringen die Pizza auch) auf der
Calle de San Bernardo, kurz vor der Abzweigung auf die Avenide de la
Costa. Oder zur Alboberello Pizzeria, praktisch neben dem Hotel. Das
Restaurant des Hotels ist nicht gut. Auch das
Frühstück des Hotels
war ein Enttäuschung, zumal sie es extra bezahlen
müssen.
Tipp
Nr. 29: Cudillero
Fahren
sie zuerst nicht nach cudillero rein, sondern achten sie auf die
Schilder, wenn sie nach Cudillero kommen und folgen sie dem Schild
„Hotel Lupa“. Fahren sie zu der Rezeption des
4-Sterne Hotels,
legen sie ihren Pilgerausweis vor und bitten sie um eine Unterkunft.
Mit etwas Glück erhalten sie dort zu einem (Pilger-)Preis von
24 EUR
ein kleines, aber gemütliches Einzelzimmer im blauen, zum
Hotelkomplex gehörenden, 2-Sternehotel inklusive einem richtig
guten
Frühstück (Crossaint, Marmelade, Butter, ein grosses
Baguett mit
leckeren rohen Schinken und eine grosse Tasse Kaffee und einen
Orangensaft). Ausserdem erhalten sie im Hotel Lupa auch einen Stempel
in ihren Pilgerausweis und können sich so die Fahrt nach
Cudillero
hinein zum Oficina de Tourismo sparen (und vor allen Dingen die
steile Rückfahrt zum Hotel). In Cudillero gibt es nichts, was
sie
nicht schon gesehen hätten.
Kriegen
sie keinen Platz mehr im 2-Sterne-Hotel Lupa dann sollten sie schon
das Oficina de Tourismo in Cudillero aufsuchen. Dieses
Tourismusbüro
gehört zu den wenigen die wirklich helfen und sogar
für sie
rumtelefonieren.
Tipp
Nr. 30: Luarca
Die
Strecke von Cudillero nach Luarca beträgt nur schlappe 52 km,
wenn
sie sich an meine Beschreibung halten.
Bis
Soto de Luina können sie, wenn sie wollen, auch als
Fahrradfahrer
den Pilgerweg benutzen. Zwar werden sie ein paar mal absteigen und in
den Bergen in erster Linie schieben müssen, aber es lohnt sich
trotzdem wegen des tollen Ausblicks und weil es irgendwo nicht so
schwierig ist, wie es aussieht. Bis Soto de Luina zumindest.
Sie
werden ein paar Kilometer vor Soto de Luina - beim Ausstieg aus den
Bergen - auf eine Stelle treffen, wo die eine Richtung als
Pilgerweg gekennzeichnet ist und die andere als gefährlicher
Weg,
ohne das man zu 100% erkennen kann welcher, welcher ist. Also die
Wege sehen beide gefährlich aus und wir sind den linken Weg
gegangen. Aber ob das richtig war... wir haben es zumindest
überlebt.
Wenn
sie weiterfahren, als Radfahrer auf der Nationalstraße,
kommen sie
nach Soto de Luina, ein Dorf, bei dem sie in fünf Minuten
durch
sind. Dennoch sollten sie mal kurz hier anhalten und sich in dem
Supermarkt, der auf der Strecke liegt eindecken, vor allen Dingen mit
Trinken.
Und
wenn sie dann Soto de Luina verlassen, folgen Sie nicht, auf keinem
Fall, den ausgezeichnetem Pilgerweg, auch nicht als
Fussgänger.
Dieser Weg ist zum grossen Teil zugewachsen und unzugänglich
und es
müssen gigantische und steile Höhenmeter
überwunden werden, die
sie an den Rand der Erschöpfung bringen werden. Fahren sie
statt
dessen weiter auf der N-632 gemäß meinem
Routenplan!!!
Sie
werden dann in wenigen Stunden in Luarca ankommen. Dort kann man toll
einkaufen, toll essen und leider nur schlecht schlafen, da hier die
Nacht oft zum Tage gemacht wird.
Unter
Booking.com finden sie nur wenige bis gar keine Hotels aus Luarca.
Deshalb müssen sie hier auf jeden Fall beim Oficina de
Tourismo
nachfragen. Man wird ihnen eine Liste vorlegen von Hotels, inkl. der
Preise, vielleicht etwas empfehlen und dann für sie
telefonisch
nachhaken ob was frei ist. Das ist leider ein ziemliches
Vabanque-Spiel.
Mein
angebliches 3 Sterne-Hotel Baltico war mitten im Zentrum und ziemlich
übel (und das Frühstück ein echter
Treppenwitz: zwei Döschen
Aprikosenmarmelade, einen Fingerhut Margarine und ein wirklich
völlig
vertrocknetes Croissant und eine klitzekleine Tasse Kaffee die ich
mit drei Schlücken ausgetrunken hatte). Ausserdem liegt es
ganz nahe
des Dorfzentrums, wo das Leben bis 4 Uhr morgens pulsiert. Das ist
zwar toll für die Touristen, aber nicht für Pilger,
die auf ihren
Schönheitsschlaf angewiesen sind. Ich jedenfalls habe wegen
der
Trommeln in der Nacht kaum ein Auge zugemacht. Suchen sie sich
deshalb am besten ein Hotel das etwas ausserhalb des Centro Urbano
(Stadtzentrum) liegt, damit sie in der Nacht wenigstens Ruhe finden.
Vielleicht die Casa Manoli in Almuna, ca. 1,5 km entfernt.
Auf
der Paseo del Muelle in Luarca, ganz in der Nähe des Hotels
Baltico,
also im Zentrum, finden sie übrigens einen Stand der in Brot
eingebackene Tintenfische, Lachs, Thunfisch, Schinken und Käse
und
andere Leckereien anbietet und den ich nur wärmstens empfehlen
kann.
So ein Brötchen bzw. Brot kostet 1 EUR. Nehmen sie sich drei
bis
fünf davon und sie sind satt... die meisten Geschäfte
hier haben
übrigens auch Sonn- und Feiertags geöffnet,
allerdings erst gegen
späten vormittag oder Mittag.
Tipp
Nr. 31: Ribadeo
Der
Weg nach Ribadeo ist relativ unspektakulär (ausser
die
Brückenüberquerung nach Ribadeo),und mit knapp 55
Kilometern (ca. 50 km bis zur Brücke von Ribadeo) gut zu
schaffen, zumal sie nun am 7/8 Tag den Tiefpunkt ihrer
körperlichen Verfassung hinter sich haben....
Nutzen
sie hier keinen Routenplaner oder Google Maps, sondern meinen
Routenplan. Ich hatte hier den Routenplaner befragt und der hatte mich
- da ich keine Autobahnen nutzen kann -
um den
Fluss Eo herumgeführt, wodurch die Strecke auf knapp 70 km
anwuchs. Dabei führt nicht nur die Autobahn, sondern auch ein
Fussgängerweg über die Brücke von Ribadeo.
Das wusste
ich aber damals nicht.
Aus
diesem Grunde habe ich auch für einen Teil der Strecke die
FEVE
benutzt, weil ich befürchtete es würde sonst knapp
werden.
Aber dadurch war ich letztendlich langsamer als wenn ich mit dem Rad
bis zur Brücke durchgefahren wäre, zumal die
Haltestelle
fernab von Tapia lag und erst mal gesucht und gefunden werden wollte.
Sparen sie sich also hier die FEVE und folgen sie meinem Routeplan,
dann schaffen sie die Strecke in knapp 6 Stunden statt wie ich in 9
Stunden..
Das
Hotel das ich in Ribadeo gebucht hatte, war ein 1-Sterne Hotel (Hotel
Santa Cruz, steht aber draussen nicht dran, in der Calle de la
Diputación 22). So sahen auch die Zimmer aus, etwa
Pensions-Standard. Einfachste Einrichtung und einfachste
Sanitäre
Anlagen. Aber sauber (okay mein erstes Zimmer war ein Raucherzimmer,
aber das habe ich sofort getauscht) und freundlich. Und das
Frühstück
war richtig lecker. Und bei 35 EUR kann man sich da echt nicht
beschweren.
Ribadeo
selber ist etwas trist, aber noch gerade ansehnlich. Essen war ich
hier allerdings nirgendwo, sondern habe mich stattdessen mit Essen
aus dem Supermarkt begnügt.
Gehen
Sie in Ribadeo auf jeden Fall früh ins Bett, denn der
nächste
Streckenabschnitt wird ebenfalls recht lang...
Tipp
Nr. 32: Villalba (Vilalba)
Die
Strecke von Ribadeo nach Villalba (siehe meinen Routenplan R8a),
beträgt lt. Schildern ca. 68 km, lt. Navigationsgerät
72 km und
lt. Routeplaner 74 km (von Ribadeo, Calle de la Diputación
22 bis
Villalba, Rúa Óscar Nevado, wo das Hotel Parador
liegt). Ich tippe
mal, so gut und schnell ich da durchgekommen bin, das die 68 km
stimmen.
Da
ein grosser Teil auf der N-634 zurück gelegt wird, ist die
Strecke
gut und relativ leicht zu fahren. Aber bevor es auf der Höhe
von
Mondonedo auf die N634 geht, muss man einige schmale LU-Strecken
bewältigen (und immer wieder mal zwischendurch auch auf dem
Rest der
Strecke) und dann wird es teilweise richtig eng und leider auch stark
befahren und der Seitenstreifen wird zu einem Seitenstrich. Wenn das
der Fall ist und sie auf der Straße ein unsicheres
Gefühl haben,
dann sollten sie solche gefährliche Stellen mit einem lokalen
Bus
überwinden. Das gilt umso mehr, wenn sie wie ich an einem
Montag
diese Strecke befahren (wo der Verkehr wie bei uns viel
stärker ist
als an den restlichen Werktagen). Ab Lourenza z. B. (ca. 8 km vor
Mondonedo) bis nach Mondonedo oder Gontan (Abadin) fährt z. B.
ein
Bus der Arriva. Dann müssen allerdings vor 12:45 in Lourenza
sein
(was sie locker schaffen, wenn sie vor 10 Uhr in Ribadeo
aufbrechen).
Stark
befahren ist allerdings der gesamte Weg bis nach Vilalba, ganz
besonders auf dem Teil wo die N634 und die E70 eine Einheit bilden.
Dazu kommen noch ein paar höllische Abfahrten (die mir
allerdings
Spass gemacht haben und mit denen Sie viel Zeit aufholen
können).
Aber anders als auf den LU-Strecken ist auf der N634/E70 der
Seitenstreifen sehr breit und Fahrbahn zudem meist drei- oder
vierspurig, weshalb man sich da sehr sicher fühlen kann.
Wichtig
ist folgendes: Für den Fall, das sie an einem Sonntag in
Vilalba
ankommen oder an einem Montag, auf den am Dienstag ein Feiertag
folgt, müssen sie unbedingt sich einen oder zwei Stempel
unterwegs
holen, z. B. in Vilamar, Mondonedo oder Abadin (Gontan). Denn in
Vilalba hat das Oficina de Tourismo am Sonntag nur von 11 bis 13:00
geöffnet (und das schaffen sie auf keinen Fall bis dahin) und
am
Montag komplett geschlossen, sodass sie erst am nächsten Tag
einen
Stempel holen können. Und wenn der Dienstag ein Feiertag ist,
dann
können sie erst am Mittwoch einen Stempel holen. Und das
erklären
sie dann mal den Freunden im Pilgerbüro in Santiago de
Compostela....
Vilalba
selber ist erstaunlicherweise ein sehr beliebtes Reiseziel bei den
Spaniern, obwohl die Tristesse in dieser Stadt für mich fast
nicht
zu ertragen war. Vielleicht war ich aber auch nur um falschen
Zeitpunkt (gegen Ende der Touristenzeit) da. Besonders trist fand ich
die Herberge hier (Albergue
de Peregrinos de Villalba; Carretera de Mondoñedo, ca. 2 km
ausserhalb von Villalba).
Abgesehen von den etwas schmuddeligen (aber technisch guten und immer
besetzten) sanitären Anlagen, haben mich vor allen Dingen die
zwei
viel zu engen Räume mit 25 Betten pro Raum abgeschreckt. Die
Räume
sind i. d. R. völlig überbelegt
(hauptsächlich mit jungen Leuten
unter 25 Jahren, denen das weniger ausmacht) und die Betten viel zu
nah aneinander gestellt. Die Küche ist schlecht und die
Atmosphäre
empfand ich als bedrückend. Aber der Preis ist mit 6 EUR
unschlagbar.
Das
einzige vernünftige Hotel, das Parador, ist ein 4-Sterne-Hotel
der
Extraklasse und mit 60-70 EUR pro Nacht mehr als 10mal so teuer wie
die Herberge, aber oft billiger als die anderen Hotels im Ort (wie
das Hotel Lugar Da Pedreira).
Das
Problem ist, das es im Umkreis von Mondonedo, Abadin (Gontan) und
Vilalba einfach kaum eine vernünftige und bezahlbare
Unterbringung
gibt, die ich ausser dem Parador in Vilalba empfehlen könnte.
Erst
die Herberge in Baamonde wäre noch eine denkenswerte
Alternative,
aber die ist nochmal 16-18 km entfernt und damit zu weit.
Aus
diesem Grunde werden sie wahrscheinlich am Parador nicht vorbei
kommen, es sei denn sie wollen eine der düsteren Pensionen in
Villalba testen. Aber die werden sie i. d. R. schon äusserlich
abschrecken.
Gönnen
sie sich einfach mal was gutes und übernachten sie im Parador.
Und
das Frühstück ist auch klasse...
Tipp
Nr. 33: Arzua
Die
Strecke von Vilalba nach Arzua ist mit 68 km theoretisch zwar am
oberen Limit, aber bei weitem nicht mehr so steil wie die Strecken
vorher und etwa 25 km vor Arzua, geht es fast 17 km nur noch bergab,
so daß sie die 70 km vermutlich in knapp 7 Stunden reiner
Fahrzeit
nicht nur schaffen, sondern wahrscheinlich sogar durchfahren. Ich
habe die Strecke als Erholung empfunden.
Das
Problem: Die Strecke ist klasse ausgeschildert und überall
lockt
Santiago de Compostela. Sie werden wahrscheinlich so gut und so
schnell durchkommen, das ihnen irgendwann der verführerische
Gedanke kommt, bis nach Santiago de Compostela durchzufahren.
Von
Vilalba bis Santiago de Compostela sind es knapp 100 km, lt.
Schildern sogar weniger. Theoretisch, aufgrund der weniger steilen
Strecke, die aber gegen Santiago wieder steiler wird, könnten
sie
die Strecke in 9 Stunden Fahrzeit schaffen, also etwa in 10 Stunden
mit Pausen. Dann sollten sie aber nicht später als 10:00 Uhr
aufbrechen.
Machen
sie es folgendermassen: Fahren sie los und gucken sie wann sie die
N-VI nach dem Ort Baamonde erreichen. Zu diesem Zeitpunkt haben sie
etwa 22 km zurück gelegt und noch mindestens 76 km bis
Santiago und
46 km bis Arzua. Wenn es später als 13:00 Uhr ist, sollten sie
auf
jeden Fall nach Arzua fahren. Ist es vor 12:00 Uhr, können sie
es
riskieren, wenn sie sich wirklich fit genug fühlen, weitere 7
Stunden reine Fahrzeit im Sattel zu sitzen.
Das
Problem sind die letzten 15 km vor Santiago, wo sie mit ihrem Rad
fast ausschliesslich auf dem Pilgerweg fahren werden und auch sollten
(es ist ein Erlebnis). Das wird ihren Schnitt zerstören und
sie u.
U. so verlangsamen, dass sie es doch nicht vor Sonnenuntergang
schaffen. Schlimmer aber ist: Egal ob sie es vor Sonnenuntergang
schaffen oder nicht: Sie kommen vermutlich erst an, wenn
Pilgerbüro
(bis 21:00 Uhr geöffnet) und vor allen Dingen die Kathedrale
(bis
19:30 Uhr geöffnet) bereits geschlossen haben und sich der
Platz vor
der Kathedrale geleert hat. Damit entgeht ihnen das wundervolle
Gefühl und die Atmospähre, wenn man mit vielen
anderen Pilgern die
letzten Schritte auf dem Platz vor Kathedrale macht. Dieses
Gefühl
der Auserwähltheit mit allen anderen Auserwählten ist
am
ausgeprägtesten in der Zeit vom 13 bis 18 Uhr wenn die meisten
Pilger aus allen Herren Ländern eintrudeln.
Ich
empfehle Ihnen daher nicht bis nach Santiago de Compostela
durchzufahren, sondern bis Arzua, dort noch mal zu übernachten
und
dann am nächsten Morgen gemeinsam mit tausenden anderen die
letzten
41 km (lt. Schildern 38 km) nach Santiago de Compostela
gemütlich
zurück zu legen und die Atmospähre zu geniessen, wenn
sie das erste
mal durch das Tor auf den Vorplatz der Kathedrale treten, um auf
weitere tausend Pilger zu treffen die dort schon feiern, singen und
sich von den Strapazen glücklich erholen.
Mit
Arzua sind sie nun auf dem Camino Frances, den am stärksten
frequentierten Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Sie werden das
merken wenn sie in die Stadt kommen. Arzua ist voll mit Pilgern. Wie
die Ameisen wimmeln sie durch die Strassen und Gassen. Und Arzua ist
voll mit Pensionen und Herbergen. Die Herbergen sind alle durchweg
menschliche Legebatterien mit ein oder zwei Räumen und mit 25
bis 48 Betten pro Raum. Die sanitären Anlagen sind oft
ziemlich schlecht
(lt. Auskunft einiger Pilger) und die Gebäude oft
renovierungsbedürftig. Ausserdem sind die Herbergen von Mai
bis
September mit größter Wahrscheinlichkeit alle
komplett belegt, wenn
sie später als 15:00 Uhr in Arzua ankommen.
Die
Pensionen sind leider auch zum größten Teil
renovierungsbedürftig
und, wie mein Tagebuch zeigt, fast schon lebensgefährlich.
Es
gibt eine sehr gute Pension - die 2 Sterne-Pension „CASA
TEODORA“ - direkt neben der Touristeninformation, auf
derselben
Straßenseite, auf der N-547, Hausnummer 38 Richtung Santiago.
Die
N-547 wird im Internet auch Calle de Lugo / Avenida de Luga / Rua de
Lugo, Carregera
Lugo und in Google Maps „Ctra. De Santiago a
Guntin“ genannt. Reservierung
unter http://www.casateodora.com/
.
Eine
weitere Pension, die von sehr vielen empfohlen wird:
2-Sterne-Pension
RUA auf derselben Strasse wie Pension Casa Teodora (also auf der
N-547), Hausnummer 130. Draussen steht „Albergue Don
Quijote“
dran!
Beide
Pensionen sind allerdings nicht preiswert: Einzelzimmerbelegung
kostet um die 45 EUR.
Ganz
dringend abraten kann ich ihnen
nur von ersten Pension
auf der Calle de Ramon Franco 3-7 (ziemlich am Anfang der
Straße
links, wenn sie von der N-547 kommen) mit der dreizeiligen
Aufschrift: „RESTAURANTE“ „MESON DO
PEREGRINO“ „BAR –
PENSION“. Warum: siehe mein Tagebucheintrag vom 23.08.2011!
Eine
etwas ökomässig angehauchte Alternative die ich
gezwungenermaßen
wählen musste war das „Pazo de Santa
Maria“, ein am Stadtrand
gelegenes gut ausgeschildertes historisches Landhaus das zu einem
Appartmenthotel umfunktioniert wurde. Die Zimmer sind klasse, die
Sanitären Anlagen auf dem allerneuesten Stand und alles sehr
sauber
und gemütlich und das Frühstück auch sehr
reichlich und gut. Ein
Einzelzimmer kostet allerdings zwischen 70 bis 81 EUR und das finde
ich (im Vergleich z. B. zum Parador in Vilalba) viel zu teuer.
Gewöhnungsbedürftig: Zum Schutz der historischen
Steinwände und
Holzbalken sind alle Räume vollklimatisiert auf die richtige
Temperatur eingestellt und sie können keine Fenster
öffnen.
Ausserdem gibt es keine Fernseher in den Appartmentzimmern,
dafür
aber einen Fernsehraum.
Essen
gehen können sie in Arzua hauptsächlich in Pulperias,
die es dort
an jeder Ecke gibt. Größere (und teurere)
Restaurants finden sie
nur bei Hotels und den grossen Pensionen (Rua und Teodora).
Tipp
Nr. 34: SANTIAGO DE COMPOSTELA
Am
nächsten Morgen sollten sie früh wie möglich
aufbrechen. Je
früher sie in Santiago de Compostela ankommen, umso leerer ist
es am
Pilgerbüro, wo sie ihre Compostela bekommen. In einigen
Pilgerführern kann man lesen, dass es gegen 18:00 Uhr leerer
wird am
Pilgerbüro. Meine Erfahrung ist da völlig
konträr.
Bis
14 Uhr ist es i. d. R. am Pilgerbüro ziemlich leer, ab dann
füllt
es sich allerdings sukzessive bis 19:00 Uhr und erreicht etwa
zwischen 17:00 oder 18:00 Uhr seine Spitze. In der Zeit von 16 bis
19:00 manchmal auch bis 20 Uhr stehen sie immer in einer Schlange,
danach baut es langsam ab, bleibt aber bis zum Schluss von 21:00
ziemlich voll.
Als
Radfahrer brauchen sie für die letzten 39 Km bis zur
Kathedrale in
Santiago de Compostela etwa 3 bis 4 Stunden Stunden (weil sie
hauptsächlich auf dem Pilgerweg fahren und vermutlich wie ich
die
letzten drei Kilometer in SdC das Fahrrad schieben werden, um den
Einzug in die Stadt zu geniessen). Wenn sie gegen 10:00 Uhr starten
können sie also gegen 13:30 bis 14:00 an der Kathedrale sein
und
sollten dann auch direkt zum Pilgerbüro gehen.
Aus
Arzua heraus nehmen sie die N-547 Richtung Santiago de Compostela.
Von Anfang an treffen sie, egal wann sie aufbrechen, und wo sie
gerade fahren immer auf auf einen Strom von Pilgern. Folgen sie
einfach den Fuss- und Radpilgern vor Ihnen. Zwar werden sie hin und
wieder absteigen müssen, aber im grossen und ganzen ist der
Fussgänger-Pilgerweg von Arzua nach SdC sehr gut mit dem Rad
befahrbar.
Gegen
Ende der Strecke, kurz vor SdC, werden sie das Fahrrad in den Ort
schieben müssen. Auch in SdC empfehle ich Ihnen ab Ortseingang
bis
zur Kathedrale das Rad zu schieben und jeden Meter bis zum
historischen Teil der Stadt zu geniessen. Verfehlen können sie
die
Kathedrale nicht, da überall Wegzeichen sind, die sie bis zu
Kathedrale führen. U. U. werden sie einige Gebäude
schon für die
Kathedrale halten, die eigentlich zur Universität
gehören oder an
dem Seiteingang der Kathedrale verharren, aber wenn sie dann durch
den kleinen Tunnel auf den riesigen Vorplatz gehen und davor stehen,
dann werden sie es wissen.
Gehen
sie auf den Vorplatz wo i. d. R. schon hunderte, manchmal sogar
tausende auf sie Warten. Filmen und Fotografieren sie, halten sie ein
Schwätzchen mit anderen Pilgern (deutsche Pilger sind immer
stark
vertreten),
machen sie
eine Pause und lassen sie das ganze auf sich wirken. Und dann gehen
sie am besten direkt zur Rua do Vilar, wo das Pilgerbüro ist,
um
sich Ihre Compostela abzuholen.
Das
Pilgerbüro ist leicht zu finden: Wenn sie auf dem Hauptplatz
vor der
Kathedrale stehen, dann gehen sie nach rechts an der linken Seite der
Kathedrale entlang und die erste direkt wieder links, Richtung einem
Kleinen Vorplatz. Die zweite wieder rechts ist dann schon die Rua do
Vilar. Die Hausnummer 1 ist direkt das Pilgerbüro, etwas
versteckt
in einem Hof gelegen.
Gehen
sie in den Hof bzw. wenn es voll ist, müssen sie sich
vermutlich in
einer Schlange anstellen. Links im Hof, in einem kleinen Vorraum,
bekommen sie ihre Compostela. Dort sitzen meistens (2 - 4) sehr junge
Leute, die die Compostela ausfüllen.
Einige
Pilgerführer weisen bereits darauf hin, das es ist nicht mehr
so
ist, dass jeder ungeprüft eine Compostela erhält und
das es immer
öfters vorkommt, dass man die Compostela aufgrund von
Unstimmigkeiten nicht erhält.
Tatsächlich
hängt das von der Person ab, die gerade vor Ihnen sitzt.
Frauen sind
meistens etwas kritischer, hinterfragen auch schon mal ihre Motive
oder ob sie wirklich alles zu Fuss oder per Rad zurück gelegt
haben
oder überprüfen ihre Stempel sehr genau. Aber das ist
nicht die
Regel.
Die
Regel ist, dass man die Compostela problemlos erhält. In 2011
hat
man, zumindest lt. einem Angestellten des Pilgerbüros mit dem
ich
mich unterhielt, auch wieder die 2-Stempel-Regel deutlich
entschärft,
da es viele Fehlinformationen (auch unter den Angestellten im
Pilgerbüro) gab, die ehrlichen Pilgern die Compostela kostete
und
damit natürlich für viel Ärger sorgten. Es
ist immer noch so, dass
man, wenn man nur die letzten 100 km (Fussgänger) bzw. 200 km
(Radfahrer) zurücklegt, zwei Stempel pro Tag braucht. Aber
weder
wird das intensiv geprüft, noch gilt das für Leute
die ausserhalb
dieser Grenze starten. Wer also etwa 250 km vor SdC mit dem Pilgerweg
per Rad beginnt, braucht keine zwei Stempel pro Tag. Und ich kenne
Leute die die Compostela bekommen haben obwohl sie 100km vor SdC
gestartet sind und nur einen Stempel pro Tag hatten. Es ist also
nicht in Stein gemeisselt. Wenn Ihnen einer der Kanoniker die
Compostela nicht ausstellen will, gehen sie einfach am
nächsten Tag
noch mal hin und versuchen sie es erneut, denn die Kanoniker wechseln
fast täglich.