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A.
Unterbringung während der Pilgerreise
Die nächste Schlafgelegenheit ist
das wichtigste tägliche Thema unter den Pilgern,
denn zum einen sind die Herbergen und Pensionen auf dem Camino de la
Costa rar gesät, zum
anderen oft bereits überbelegt und in der Regel hygienisch
eine
Zumutung.
Wenn
sie jung sind und/oder nur sehr wenig Geld haben, werden sie an den
Herbergen wohl nicht vorbeikommen, da sie mit durchschnittlich 6-28
EUR (je nach Ausstattung; Pensionen ca. 20-45 EUR) deutlich billiger
sind als Standard-Hotels (35-80 EUR). Erstaunlicherweise ist aber das
„Desayuno”
(Frühstück) in den Herbergen und Pensionen kaum
billiger als im
Hotel, wo das Frühstück meistens auch im Preis
enthalten ist.
Insofern relativiert sich das sich auch schon wieder.
Viel
wichtiger ist aber: Sie fahren täglich 6-9 Stunden mit dem
Fahrrad
auf und ab oder sie wandern die selbe Zeit und sind zusätzlich
mindestens 1-2 Stunden pro Tag mit der Suche nach einer Unterbringung
und einem Restaurant beschäftigt. D. h. sie sind mehr als ein
Drittel, ja fast die Hälfte des Tages erheblichen physischen
und
psychischen Strapazen ausgesetzt. Umso wichtiger ist es, dass sie
sich in der Nacht erholen, um am nächsten Tag weitermachen zu
können. Und in diesem Zusammenhang kann ich die meisten
Herbergen und auch viele Pensionen
einfach nicht empfehlen.
Oft
handelt es sich bei den Herbergen um düstere Gebilde mit
Schlafräumen wo sie mit bis zu 20 (oder noch mehr) anderen
Personen
auf einfachen, orthopädisch bedenklichen Billig-Matrazen oder
Billig-Betten liegen. Nicht nur das sie dort oft keine
Möglichkeit
haben z. B. ihr Handy aufzuladen oder ihre Wertgegenstände
vernünftig zu verstauen und ständig Angst haben
müssen beklaut zu
werden. Und nicht nur, das der Geruch oft unerträglich ist,
Mäuse-
und Rattenkot überall sichtbar rumliegt und die
Schlafgelegenheiten
ebenso schmuddelig und dreckig sind wie die oft sehr einfachen
sanitären Anlagen. Viel schlimmer ist, das dort ein
ständiges
kommen und gehen herrscht, bis tief in die Nacht hinein oder das
ständig irgend jemand aufsteht und z. B. zur Toilette geht
oder was
zu trinken raus kramt oder immer irgendeiner tierisch schnarcht (so
sehr das sogar Oropax versagt) und sie aufgrund all diesen Dinge kaum
zum einschlafen kommen geschweige denn zum durchschlafen.
Eine
Nacht in einer solchen Schlafgelegenheit kann mehr Kraft kosten, als
100 Km auf dem Camino de la Costa. Vor allen Dingen erwachsenen
Männern und Frauen von über 35 Jahren die einen
gewissen
Mindeststandard an Unterbringung gewöhnt sind, kann ich von
den
Herbergen (ausser der Herberge in Bilbao) nur dringend abraten, zumal
sie oft hoffnungslos überbelegt sind und sie wahrscheinlich
gar
keine
Matratze oder Bett bekämen und dann irgendwo mit einem
Schlafsack in
einem Abstellraum (mit noch ein paar anderen die zu spät
gekommen
sind) untergebracht oder ganz abgewiesen werden. Denn obwohl man nur
wenige Pilger auf dem Camino de la costa trifft sind die Herbergen so
rar gesät, das sie fast immer ausgebucht sind (selten mit
Pilgern,
als vielmehr mit Jugendlichen und Dauergästen).
Leider
sind die Pensionen meistens nicht viel besser. Selbst die die in den
Pilgerführern gelobt werden (z. B. die in Gijon), liegen oft
in
heruntergekommen Gebäuden mit zweifelhaften sanitären
Anlagen und
bedenklich schlecht gewarteten Gas- und Öl-Heizungsanlagen. In
den
Touri-Orten sind sie sowieso meistens mit Touristen belegt und zudem
machen die viele private Pensionen auch eine Art Gesichtskontrolle,
d. h. wenn sie ihnen nicht gefallen (z. B. weil sie dreckig und
unrasiert sind, oder einen Platz für Ihr Fahrrad fordern),
dann
werden sie auch schon mal abgewiesen, obwohl noch Platz da
wäre.
Frauen werden allerdings seltener abgewiesen als Männer.
Es
gibt gibt die eine oder andere löbliche Ausnahme (z. B. die
hotelähnliche Pension in Arzua die direkt neben der
Touristeninformation liegt), aber da kriegen sie dann meistens keine
Platz mehr oder sie sind so teuer, das sie auch gleich ein Hotel
nehmen können.
Auch
die Hotels sind nicht immer die Superknaller aber i. d. R. doch die
bessere
Wahl. Sie bekommen ein sauberes Einzelzimmer (oder ein Doppelzimmer
mit Einzelbelegung), haben vernünftige sanitäre
Anlagen, können
sicher ihr Handy, Notebook oder Smartphone aufladen, haben ein
richtiges, wohlriechendes Bett und können fernsehen und
meistens in
Ruhe einschlafen und durchschlafen und sind am nächsten morgen
wieder fit für den weiteren Pilgerweg. Und glauben sie mir:
gerade
letzteres ist unbezahlbar!
Ebenfalls
ein Pluspunkt: Ein Hotelzimmer finden sie immer (siehe meine Tipp
weiter unten), einen freien Platz in einer Herberge oder in einer
halbwegs
vernünftigen Pension dagegen nur sehr selten.
Mein
Tipp: Entscheiden sie von Tag zu Tag und von Ort zu Ort. Wenn sie der
Meinung sind, dass die eine oder andere Herberge ihren
Ansprüchen
genügt oder wenn es ihnen nichts ausmacht mit mehren in einem
Raum
zu liegen, dann versuchen sie dort etwas zu bekommen, Aber empfehlen
kann ich es ihnen nicht. Statt dessen empfehle ich ihnen meinen Tipps
unten zu folgen und jeden Tag in einem Hotel zu verbringen, ausser
in Bilbao und u. U. in Arzua.
B. Booking.com
Wenn
sie als Pilger in ein Hotel kommen und u. U. völlig
verschmutzt sind
und wie ein alter Bock stinken, wird es ihnen sicher hin und wieder
passieren, dass man ihnen an der Rezeption mitteilt, dass man bereits
voll belegt ist, obwohl das gar nicht stimmt oder aber Ihnen ein
völlig
überteuertes Zimmer andrehen.
Doch
das können sie ganz locker umgehen mit Hilfe von www.booking.com
.
Einfach an dem Tag ihrer Ankuft auf die Webseite
von www.booking.com
gehen, den Stadtnamen (z. B. Santander), Anreisetag und Abreisetag
sowie Anzahl der Personen eingeben und dann sich alle Hotels mit
Preisen und freien Zimmern anzeigen lassen. Sie werden
überraschst
sein: Selbst in den größten Touri-Städten
werden sie immer noch
genügend Hotelzimmer in allen Preisklassen finden. Suchen sie
sich
ein Hotel nach ihren Geschmack und Preisrahmen aus und reserverien
sie es einfach über Booking.com. Dafür
benötigen sie allerdings
ein Kreditkarte. Danach gehen sie einfach schnurstracks zu dem Hotel
das sie reserviert haben und beziehen das Zimmer. Wenn sie
über
Booking.com reserviert haben, wird sie niemand zurückweisen.
Egal
wie sie da ankommen: sie erhalten ihr Zimmer. So habe ich z. B. ein
Zimmer in einem Nobelhotel bekommen, obwohl meine Hose zerissen war
und ich wie eine ganzer Schweinstall stank und zudem mit Wunden
übersät war. Ohne Reservierung hätten die
mich sicher abgewiesen.
C. Meine Empfehlungen:
Bilbao:
Herberge
Aterpetxea und nichts anderes. Preiswert, sauber und gepflegt. Achtung:
Für ein Einzelzimmer sollten sie einige Tage, besser Wochen
vorher
reservieren lassen (am besten an dem Tag an dem sie auch den Flug nach
Bilbao buchen). Und nehmen sie sich zwei Tage! Bilbao ist die einzige
Stadt für die sich das lohnt.
Albergue
Bilbao Aterpetxea“
Ctra.
Basurto-Kastrexana Errep., 70
48002 BILBAO
Tel.: 94 427 00 54
Fax : 94 427 54 79
E-mail : aterpe@albergue.bilbao.net
Santander:
Es
gibt viele gute Pensionen und Hostels in Santander und auch eine
annehmbare Herberge (Albergue Santos Martires auf der Ruamayor 9, Tel.
942 219 747). Das Problem ist, das diese guten Pensionen und Hostels
ebenso wie die Herberge in der der Hauptzeit von Juni bis September
fast immer ausgebucht sind. Hier einen freien Platz zu bekommen ist ein
Lotteriespiel. Als Alternative bleiben dann nur noch einfach Hotels wie
das Hotel Liebana, wo ich übernachtet habe. Nicht
jedermanns
Geschmack, aber auf jeden Fall ist das Hotel sauber und gepflegt und preiswert.
Insofern kann ich es empfehlen..
Hotel Lieban
Nicolas Salmeron, 9
39009 Santander
Tel. 942 22 32 50
Buchungsmöglichkeit über Booking.com...
San Vicente de la Barquera: Hier
kann ich leider keine eigenen
Erfahrungen mitteilen, da ich hier nicht übernachtet
habe. Zu der
in vielen Führern gepriesenen Herberge (El Galeon auf der
Calla
Alta Nr. 12, Tel:
942 71 53 49
bzw. 664 568 841)
sind die Meinungen der Pilger geteilt. Je älter ein Pilger umso negativer seine Meinung
zu dieser Herberge. Einige Personen über
30 wurden nach eigenen Aussagen auch abgewiesen.
Auf jeden Fall
ist es eine saubere, aber auch sehr schlichte und einfache
Herberge mit zwei grossen Schlafsäalen und insgesamt 44
Betten.
Ansonsten gibt es viele Hotel und Hostals, die teilweise sehr preiswert
sind. Oft positiv genannt: Posada Punta Linera, Barrio de la Boria Nr.
12, Tel.942 71 22 25. Weitere preiswerte Hotels finden sie unter
booking.com....
Ribadesella
(Garana): Hier ist meine Empfehlung
auf jeden Fall das Hotel Palacio de Garana in 33591 Garana de Pria.
Sauber, gepflegt, preiswert. Aber etwas schwierig zu finden. Notfalls
auf Taxi zurück greifen.... Webseite:
http://www.palaciodegarana.com, Tel.: 985 41 00 75, Fax: 985 41 02
98
Gijon: Die in vielen
Führern empfohlenen Pensionen auf der Calle de San Bernardo,
kann ich nicht empfehlen. Erstens kriegen sie nach 18:00 sowieso keinen
Platz mehr, an der Eingangstür gibts eine Gesichtskontrolle an
der Männer und Nichtjugendliche meistens abgewiesen werden und
ausserdem sind sie lt. Aussage viele Pilger sehr bescheiden
in der Unterbringung.
Die Zahl der Pensionen in Gijon ist hoch, allerings auch die Belegung.
Es wird schwierig werden innerhalb der Haupturlaubszeit von Juni bis
September in den brauchbaren Pensionen und Herbergen etwas freies zu
finden, deshalb mein Tipp:
Hotel Leon
Avenida de la Costa 45
33201 Gijon
Tel.: +34985370111
Email:
reservas@hotel-leon.com
Frühstücken
sollten sie allerdings woanders....
Cudillero
(San Juan): Hier gibt es für
Pilger nur eine einzige Wahl: Hotel Lupa. Wenn sie in Richtung
Cudillero fahren, kommt irgendwann, kurz vor Cudillero, ein Schild,
dass das Hotel Lupa anzeigt. Folgen sie dem Schild! San Juan ist eine
Art Vorort von Cudillero. Die Zimmer (Einzel- und Doppelzimmer) sind
sauber und angenehm und ein gutes Frühstück ist im
Preis von 24 EUR (Einzelzimmer) inbegriffen. Die Anmeldung für
das 2-Sterne-Pilgerhotel erfolgt an der Rezeption des 4-Sterne-Hotels.
Hotel Lupa
Carretera Nacional 632,
km. 122
33159 - San Juan - Cudillero - Asturias
Tel.: 985590973
Fax.: 985591030
Webseite: http://www.hoteleslupa.com
Luarca:
Auch hier kann ich leider
nichts empfehlen. Das 3-Sterne-Hotel Baltico das ich gebucht habe, war
das Geld nicht wert. Ein Herberge ist mir in Luarca nicht bekannt
(höchstens bei Pinera, aber das ist wieder ein ganzes
Stück weg), allerdings ist die Auswahl an Pensionen, Hostals
und preiswerten Hotels sehr gross. Am besten gehen sie zu
Tourist-Information, dort ist man sehr, sehr hilfsbereit.
Anschrift: Calle Los Caleros 11,
Tel.: 985640083. Die werden für Sie die Hotels anrufen...
Ribadeo:
Die etwas runter
gekommene Herberge können sie i. d. R. vergessen. Mit 15
Liegen ist die fast immer ausgebucht. Die Zahl der Hotels ist hoch und
die Preise niedrig. Ich habe im Santa Cruz übernachtet, und
ich war recht zufrieden: sehr einfache, saubere Zimmer, aber ruhig
gelegen, leckeres Frühstück und ein grosser Kaffee
inbegriffen. Es gibt jedoch Hotels die kaum teurerer, aber eine ganz
KIasse besser sind. Da die Hotelpreise recht passabel sind macht die
Übernachtung in einer Pension wenig Sinn.
Machen sie es sich ganz einfach: Entscheiden sie kurzfristig. Ganz
leicht gemacht mit booking.com. Nach Ankunft in Ribadeo Booking.com
aufrufen und nach dem günstigsten Hotel suchen. Sie werden
auch in der Haupturlaubszeit ein preiswertes Zimmer finden.
Ansonsten:
Hotel Santa Cruz
Calle Diputación, 22,
27700 Ribadeo
Tel.: 982 13 05 49
Vilalba:
Tja, hier haben sie keine
grosse Wahl. Entweder Hotel Parador - ca. 70 EUR die Nacht - oder den
Herbergsbunker... Junge Leute schwärmen vom Herbergsbunker,
ältere Semester fanden es weniger toll. Also wenn sie die 30
Jahre deutlich überschritten und das Geld haben, dann empfehle
ich ihnen Hotel Parador, ansonsten die Herberge...
Hotel Parador
Calle de Valeriano Valdesuso
Tel.: 982 51 00 11
Fax: 982 51 00 90
e-mail: vilalba@parador.es
Herberge Vilalba
Carretera
de Mondoñedo
Vilalba
Tel.:
982 523 911
Arzua:
In Arzua sollten sie
versuchen bei der Pension Teodora (direkt neben der
Tourist-Information) oder der Pension/Herberge Don Quijote
unterzukommen. Aber i. d. R. wird das sehr schwer, da hier die
Pilgerwege zusammentreffen und hier ständig Zimmermangel
herrscht; gerade bei den gefragtesten Pensionen. Aber selbst bei den
billigen und in den Herbergen wird es schwierig. U. U. müssen
sie irgendwo auf dem Fussboden schlafen...
Wenn alle Stricke reissen empfehle ich das Hotel Pazo de Santa Maria
ca. 1 km vor Arzua. Erstklassig aber auch teuer (ca. 75-80 EUR die
Nacht). Familiengeführtes Hotel, dessen Zimmer eigentlich
Häuser sind.
Die Pension wo ich zuerst übernachtet habe (siehe mein
Tagebuch) kann ich ausdrücklich nicht empfehlen.
Erste Wahl: Pension Teodora, C/ Lugo Nº 38, Tel. 981 500 083, Fax: 981 500 880, Email:
reservas@casateodora.com, Webseite: http://www.casateodora.com
Zweite Wahl: Pension Don Quijote, C/ Lugo Nº 130,
Tel. 981 500 139, Fax: 981 501 230, Email: pensionrua@hotmail.com,
Webseite: http://www.alberguedonquijote.com
Dritte Wahl: Pazo de Santa María, Lugar de Santa
María, Tel.: 981 500 702, Fax: 981
500 897, Email: info@pazosantamaria.com, Webseite:
http://www.pazosantamaria.com
Santiago
de Compostela: In SdC ist
natürlich die Dichte an Herbergen, Pensionen und Hotels
gewaltig. Aber dennoch werden sie einige dieser
Unterbringungsmöglichkeiten abklappern müssen um
einen Platz zu finden. Die Herbergen sind in der Haupturlaubszeit fast
immer komplett ausgebucht und auch die Pensionen sind oft
überfüllt. Auch hier gilt: Je preiswerter die
Unterkunft, je unwahrscheinlicher das sie einen Schlafplatz bekommen.
Bei den Hotels dagegen find sie fast immer einen Platz. Nur
ist das eben teurer.
Gehen
sie auf www.booking.com, geben sie Santiago de Compostela und An- bzw.
Abreisetag und klicken sie dann auf "Suche". Und wenn das Ergebnis da
ist, klicken sie auf "Preis" (bzw. "Preis für Einzelzimmer,
etc.) und schon listet ihnen booking.com die Hotels auf, die noch
Plätze anbieten, angefangen beim preisweten 9EUR-Albergues wie
Albergue Monte de Gozo oder Hostals wie Roots&Boots oder auch
preiswerte Pensionen ab 15 EUR pro Tag.
Finden
werden sie auf jeden Fall etwas: Entweder schnell mit
booking.com oder lange selber suchend direkt vor Ort....
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